Erster Eindruck: mehr Ofen fürs Geld
Wer schon einmal einen Ooni Koda 12 in der Hand hatte, merkt beim Koda 16 sofort den Unterschied: Das Gehäuse aus pulverbeschichtetem Kohlenstoffstahl wirkt massiver, die Standbeine sind breiter ausgestellt und die Fronttür zur Pizzaöffnung ist entsprechend größer dimensioniert. Der Aufbau beschränkt sich auf das Ausklappen der vier Beine und das Anschließen der Gasflasche über den mitgelieferten Regler – nach fünf Minuten steht der Ofen einsatzbereit auf dem Gartentisch.
Auffällig ist der L-förmige Brenner, der sich über die gesamte Rückwand und einen Teil der Seitenwand zieht. Das ist der entscheidende technische Unterschied zum kleineren Koda 12, der nur einen einfachen Heckbrenner besitzt. Die Verarbeitung an Schweißnähten, Scharnier und Gasanschluss macht einen durchdachten Eindruck, wie man es von Ooni mittlerweile erwartet.
Im Detail: Aufheizzeit und Backergebnis
In der Praxis braucht der Koda 16 rund 20 Minuten, um von Zimmertemperatur auf die für neapolitanische Pizza nötigen 450–500 °C zu kommen. Das ist etwas länger als beim kleineren Koda 12 mit rund 15 Minuten, was angesichts der größeren Backfläche (16 statt 12 Zoll, also 40 statt 30 cm Durchmesser) aber nachvollziehbar ist. Der eingebaute Thermometer-Ausschnitt in der Tür erlaubt es, ein externes Infrarot-Thermometer zur Kontrolle zu nutzen.
Sobald die Zieltemperatur erreicht ist, backt eine 40-cm-Pizza in rund 4 Minuten durch – deutlich länger als die oft zitierten “60 Sekunden” der kleineren Modelle, weil schlicht mehr Teigfläche und Belag durchgegart werden müssen. Der entscheidende Vorteil des L-Brenners zeigt sich hier: Die Pizza muss nur alle 30 Sekunden gedreht werden, beim Koda 12 sind es 15–20 Sekunden. Für ungeübte Hände ist das ein spürbarer Unterschied, weil weniger häufig hantiert werden muss und der Rand gleichmäßiger bräunt.
Wie heiß muss ein Pizzaofen für neapolitanische Pizza sein?
Für authentische neapolitanische Pizza gelten 450–500 °C als Zielbereich – bei dieser Temperatur karamellisiert der Teig in 60–90 Sekunden, ohne auszutrocknen. Der Koda 16 erreicht und hält diesen Bereich zuverlässig, auch bei mehreren Backvorgängen hintereinander, ohne dass die Temperatur zwischen den Pizzen spürbar einbricht.
Bei unterschiedlichen Teigrezepten (klassischer Neapolitaner-Teig mit 65 % Hydration sowie ein einfacherer Supermarkt-Teig) zeigt sich in der Praxis: Je feuchter der Teig, desto wichtiger ist die konstante Bodentemperatur des Cordierit-Steins. Nach 3–4 aufeinanderfolgenden Pizzen kühlt der Stein spürbar ab, sodass zwischen den Backvorgängen 2–3 Minuten Pause sinnvoll sind, damit der Boden nicht blass bleibt.
Handhabung im Alltag
Die Temperaturregelung erfolgt über einen einzelnen Drehregler am Gasanschluss – simpler geht es kaum. Nach dem Abkühlen (rund 30–40 Minuten) lässt sich der Cordierit-Stein mit einem Bürstchen von Mehlresten befreien, gewaschen wird er nicht, da das Material Feuchtigkeit aufnehmen und beim nächsten Erhitzen reißen kann. Das Gehäuse selbst braucht kaum Pflege, eine Outdoor-Abdeckung schützt zusätzlich vor Wind und Regen zwischen den Einsätzen.
Ein Nachteil im Alltag: Mit 20 kg lässt sich der Koda 16 nicht mehr mal eben unter den Arm klemmen wie der 10 kg leichte Koda 12. Für den Transport zum Grillabend bei Freunden ist er weiterhin machbar, für spontanes Camping ist er aber weniger geeignet als die kleineren Ooni-Modelle.
Für wen geeignet?
Der Ooni Koda 16 ist die richtige Wahl für alle, die regelmäßig für Familie oder größere Gästerunden backen und keine Lust auf halbierte Pizzen oder ständiges Nachlegen haben. Die 40-cm-Backfläche erlaubt echte, unzerschnittene Pizzen in Standardgröße, und der L-Brenner macht die Bedienung nachsichtiger als bei kleineren Modellen. Wer dagegen hauptsächlich zu zweit backt, spontan campen will oder aufs Gewicht achtet, ist mit dem kompakteren Koda 12 besser bedient.
Einen Überblick über alle bewerteten Modelle liefert die Übersicht der Pizzaöfen im Vergleich. Wer noch unsicher ist, ob Gas, Holz oder Strom die passende Brennstoffart ist, findet über den Grill-Finder in wenigen Fragen die passende Empfehlung.


