Der rotierende Stein macht den Unterschied
Die meisten Pizzaöfen in der 300-bis-600-€-Klasse verlangen von dir, die Pizza während des Backens von Hand zu drehen, damit sie nicht auf einer Seite verbrennt, während die andere noch blass bleibt. Der WMF Pizzaiolo Pro löst das anders: Der 40 cm große Pizzastein aus Cordierit dreht sich während des gesamten Backvorgangs automatisch um sich selbst. Genau dieses Detail hebt ihn aus dem Feld der reinen Einsteiger-Öfen heraus und rechtfertigt einen Teil des Preisaufschlags gegenüber einfacheren Modellen ohne Rotation.
Ausgepackt wirkt der Ofen mit seinem 1 mm starken, 3-fach pulverbeschichteten Stahlgehäuse robust verarbeitet. Die Frontlippe aus Aluminiumguss soll Korrosion und UV-Strahlung standhalten – ein sinnvolles Detail, wenn der Ofen dauerhaft im Freien steht. Mit rund 23 kg Gewicht und Maßen von etwa 55 × 62 × 37 cm ist er kein Leichtgewicht, aber die einklappbaren Standfüße erleichtern Transport und Lagerung spürbar.
Im Detail: Aufheizen und Backergebnis
Der aus massivem Gusseisen gefertigte C-Brenner soll Temperaturen von über 450 °C erreichen, und in der Praxis braucht der Ofen dafür realistisch 15 bis 20 Minuten Vorheizzeit, bis der Cordieritstein durchgehend die nötige Hitze gespeichert hat. Das integrierte Thermometer im Deckel gibt dabei eine verlässliche Rückmeldung, wann der Ofen tatsächlich backbereit ist – ein Detail, das viele Einsteiger-Modelle ohne eingebaute Temperaturanzeige nicht bieten.
Ist die Zieltemperatur erreicht, backt eine dünn ausgerollte napoletanische Pizza laut Herstellerangabe in rund 90 Sekunden. Die automatische Drehmechanik sorgt dabei dafür, dass der Boden ringsum gleichmäßig Farbe bekommt, ohne dass du die Schaufel zwischendurch ansetzen musst. Für dickere, belaghaltigere Pizzen solltest du die Backzeit etwas verlängern, damit der Käse in der Mitte vollständig schmilzt, bevor der Rand zu dunkel wird.
Wie gleichmäßig backt der Pizzaiolo Pro wirklich?
Deutlich gleichmäßiger als vergleichbare Öfen ohne Rotation, weil die Drehbewegung Hitzenester im Innenraum aktiv ausgleicht. In der Praxis zeigt sich das besonders bei den ersten Pizzen einer Session: Während bei statischen Steinen die dem Brenner zugewandte Seite oft zuerst kritisch wird, verteilt sich die Hitze beim Pizzaiolo Pro kontinuierlich über die gesamte Fläche. Das reduziert das Risiko verbrannter Ränder erheblich und macht den Ofen auch für weniger geübte Pizzabäcker zugänglicher.
Die mitgelieferte, klappbare Pizzaschaufel erleichtert das Einschießen und Herausnehmen zusätzlich – wichtig, weil bei über 450 °C jede Sekunde zählt und ein sicherer Handgriff vor Verbrennungen schützt.
Handhabung und Gasversorgung
Der Pizzaiolo Pro wird über eine handelsübliche Gasflasche mit passendem Druckregler betrieben, wie er auch von Gasgrills bekannt ist – beides ist nicht im Lieferumfang enthalten und muss separat besorgt werden. Das ist ein wichtiger Punkt bei der Kaufplanung, da du entweder bereits eine Gasflasche besitzt oder diese zusätzlich anschaffen musst.
Die Reinigung beschränkt sich im Wesentlichen auf das Abwischen des Gehäuses und gelegentliches Entfernen von Mehl- und Krustenresten vom Pizzastein, sobald dieser abgekühlt ist. Da Cordierit porös ist, solltest du auf aggressive Reinigungsmittel verzichten und stattdessen trocken abbürsten.
Was der Pizzaiolo Pro sonst noch kann
Über die klassische Pizza hinaus eignet sich der hohe Temperaturbereich auch für andere Gerichte, die von starker Oberhitze profitieren, etwa Flammkuchen, Fladenbrot oder überbackenes Gemüse. Der große 40-cm-Stein bietet dabei genug Fläche für eine ausgewachsene Familienpizza, ohne dass der Rand am Ofenrand anstößt. Wer gerne mit unterschiedlichen Teigsorten experimentiert, profitiert zusätzlich von der gleichmäßigen Hitzeverteilung durch die Drehmechanik, die auch dickeren Teigen mit mehr Feuchtigkeit eine gleichmäßige Kruste ermöglicht.
Für den Einstieg lohnt es sich, zunächst mit einer einfachen Margherita zu üben, bevor du dich an aufwendigere Beläge wagst, da die kurze Backzeit von rund 90 Sekunden wenig Spielraum für Korrekturen lässt. Mit etwas Übung im Umgang mit der Pizzaschaufel und der richtigen Menge Mehl auf der Arbeitsfläche gelingt das Einschießen aber schnell routiniert.
Für wen geeignet?
Der WMF Pizzaiolo Pro eignet sich für alle, die regelmäßig mehrere Pizzen hintereinander backen wollen und dabei nicht selbst drehen möchten. Er ist eine gute Wahl für Gartenbesitzer mit vorhandener Gasflasche, die Wert auf gleichmäßige Ergebnisse ohne viel Übung legen. Wer lieber mit Holzkohle oder Pellets arbeitet, findet passende Alternativen in der Übersicht aller Pizzaöfen im Vergleich. Bist du dir noch unsicher, welcher Ofentyp zu deinem Grillstil passt, hilft der Grill-Finder bei der Einordnung.
Unsere aktuelle Übersicht der besten Pizzaöfen findest du hier.


