Erster Eindruck: mehr Messtechnik als üblich
Beim Auspacken des BURNHARD Fat Tony fällt zuerst die kompakte, aber wertig wirkende Edelstahlverkleidung auf – mit rund 62,5 × 57,5 × 28,5 cm passt der Ofen auf die meisten Gartentische oder einen stabilen Rollwagen. Der eigentliche Unterschied zu vielen Modellen in dieser Preisklasse zeigt sich aber erst beim zweiten Blick: Statt eines einzelnen Thermometers verbaut BURNHARD ein patentiertes Zwei-Zonen-System, das Backkammer und Pizzastein getrennt misst.
Der 2 cm starke Cordierit-Pizzastein (35 × 38 cm) liegt bereits vormontiert im Innenraum, der L-förmige Brenner zieht sich über Rückwand und einen Teil der Seite. Verarbeitung an Schweißnähten, Tür und Gasanschluss macht einen durchdachten Eindruck – hier hat jemand mitgedacht, statt nur eine Blechkiste mit Brenner zusammenzuschrauben.
Im Detail: Aufheizzeit und Backergebnis
Mit montiertem Hitzeschild erreicht der Fat Tony in der Praxis nach rund 20 Minuten Temperaturen über 450 °C in der Backkammer. Genau hier zeigt die Zwei-Zonen-Messung ihren Wert: Während die Luft in der Kammer schnell hochschießt, braucht der Stein selbst spürbar länger, um wirklich durchgeheizt zu sein. Wer sich nur auf die Kammertemperatur verlässt, riskiert einen verbrannten Rand bei noch blassem Boden – ein Fehler, der sich mit der getrennten Anzeige leicht vermeiden lässt.
Ist auch der Stein auf Temperatur, backt eine dünn ausgerollte Pizza in rund 90 Sekunden bis 2 Minuten durch, mit deutlich erkennbarem “Leopardenmuster” am Rand – den dunklen Blasen, die für neapolitanische Pizza typisch sind. Bei mehreren Pizzen hintereinander kühlt der Stein zwar leicht ab, dank seiner Dicke von 2 cm aber langsamer als bei dünneren 1-cm-Steinen anderer Modelle.
Wie gleichmäßig backt der Fat Tony dank L-Brenner?
Der L-förmige Brenner mit rollender Flamme sorgt für eine deutlich gleichmäßigere Oberhitze als ein simpler Heckbrenner, der nur von einer Seite bläst. In der Praxis bedeutet das: Die Pizza muss seltener gedreht werden, meist reicht ein Viertel- bis Halbdrehen alle 20 bis 25 Sekunden, statt ständig hantieren zu müssen. Gerade für weniger geübte Hände macht das den Unterschied zwischen einer gleichmäßig gebräunten Kruste und einseitig verbranntem Rand.
Die rollende Flamme lässt sich außerdem über den Gasregler fein genug dosieren, um zwischen Vorheizen (volle Leistung) und der eigentlichen Backphase (leicht reduziert, um den Boden nicht zu verbrennen) zu unterscheiden – ein Komfortmerkmal, das nicht jeder Ofen dieser Preisklasse bietet.
Handhabung und Pflege im Alltag
Bedient wird der Fat Tony über einen einzelnen Gasregler, die Zündung erfolgt über einen Piezozünder am Brenner. Nach dem Backen kühlt der Ofen mit geöffneter Tür in etwa 30 bis 40 Minuten so weit ab, dass sich der Stein mit einer Pizzaofenbürste von Mehlresten befreien lässt – abwaschen sollte man ihn wie bei allen Cordierit-Steinen nicht, da er sonst Feuchtigkeit zieht und beim nächsten Erhitzen reißen kann.
Das Edelstahlgehäuse verträgt draußen Wind und Wetter gut, eine zusätzliche Abdeckhaube schützt aber vor allem den Brenner und die Gasanschlüsse zwischen den Einsätzen zusätzlich vor Feuchtigkeit.
Für wen geeignet?
Der BURNHARD Fat Tony eignet sich für alle, die regelmäßig neapolitanische Pizza mit möglichst authentischem Ergebnis backen wollen und bereit sind, für die Zwei-Zonen-Messung einen Aufpreis gegenüber Einsteigermodellen zu zahlen. Besonders alle, die schon einmal mit einem einfachen Gasofen gekämpft haben, bei dem der Boden trotz heißer Kammer blass blieb, werden den Unterschied zu schätzen wissen. Wer nur gelegentlich Pizza für 1-2 Personen macht, findet in der Übersicht der Pizzaöfen im Vergleich auch günstigere Alternativen. Unsicher, welche Ofengröße zur eigenen Gästezahl passt? Der Grill-Finder gibt in wenigen Fragen eine Orientierung.
Einen breiteren Überblick gibt unsere Bestenliste Pizzaöfen.


