Ein Gas-Pizzaofen für unter 250 € weckt zunächst Skepsis, ob dabei überhaupt ein vernünftiges Backergebnis herauskommt. Der BURNHARD TONY tritt als kompakter kleiner Bruder des Fat Tony an, genau das zu widerlegen.
Verarbeitung und erster Eindruck
Das Gehäuse aus pulverbeschichtetem Stahl wirkt für die Preisklasse solide, der Innenraum sowie die Drehregler sind mit Edelstahl ummantelt. Mit Maßen von 24,8 × 47,7 × 58,5 cm und einem Gewicht von nur 14,5 kg passt der TONY auf jeden Gartentisch und lässt sich ohne Probleme tragen oder verstauen. Der Cordierit-Pizzastein (33 × 33 cm, 1,5 cm stark) liegt bereits vormontiert im Innenraum, der L-förmige Gussbrenner erstreckt sich über die Rückwand.
Die Einschubhöhe von 10 cm zwischen Stein und Decke reicht für normal belegte Pizzen locker aus, bei sehr dick belegten Rändern lohnt sich vorsichtiges Hantieren beim Einschieben. In der Grundausstattung für 249 € ist der Pizzaschieber nicht enthalten, BURNHARD bietet den TONY optional auch im Set mit Schieber für rund 288,90 € an – für den Einstieg reicht aber auch ein separat gekaufter Schieber jeder gängigen Größe.
Im Detail: Aufheizzeit und Backergebnis
Mit 5,9 kW Leistung erreicht der TONY laut Hersteller bis zu 500 °C, mit montiertem Hitzeschild sollen laut Herstellerangabe über 650 °C möglich sein. Bei ausreichend hoher Steintemperatur soll eine dünn ausgerollte Pizza in rund 90 Sekunden durchbacken – ein Wert, der nur mit vollständig aufgeheiztem Stein erreichbar ist, weniger Vorheizzeit bedeutet entsprechend längere Backzeiten.
Der 33 × 33 cm große Stein nimmt Pizzen bis maximal 29 cm Durchmesser auf – für den klassischen Ein-Personen-Teigling reicht das komfortabel, größere Familienpizzen passen eher in den größeren Fat Tony mit seinem 35 × 38 cm Stein. Mit 5,9 kW liegt die Leistung spürbar unter der des größeren Modells, was sich vor allem bei mehreren Pizzen hintereinander bemerkbar macht: Der Stein braucht zwischen den Durchgängen etwas länger, um wieder auf Temperatur zu kommen.
Wie gleichmäßig backt der TONY dank L-Brenner?
Der L-förmige Gussbrenner verteilt die Flamme über Rückwand und Seite des Backraums, was für eine gleichmäßigere Oberhitze sorgt als ein einfacher Heckbrenner. Laut Hersteller reicht dadurch ein einmaliges Wenden der Pizza, statt sie mehrfach drehen zu müssen – praktisch gerade für Einsteiger ohne Übung im Umgang mit dem Pizzaschieber.
Handhabung und Pflege
Bedient wird der TONY über einen einzelnen Drehregler, die extra lange Slide-in-Area erleichtert das Einschieben und Herausziehen der Pizza mit dem Schieber. Nach dem Backen kühlt der kompakte Innenraum vergleichsweise schnell ab, sodass der Cordierit-Stein bald mit einer Pizzaofenbürste von Mehlresten befreit werden kann – abwaschen sollte man ihn wie bei allen Cordierit-Steinen nicht, da er sonst Feuchtigkeit zieht. Der mitgelieferte Gasschlauch mit 50-mbar-Druckminderer passt an handelsübliche Butan- und Propanflaschen.
Wegen des geringen Gewichts von 14,5 kg lässt sich der TONY problemlos von einer Person allein tragen und zwischen Terrasse, Balkon und Kofferraum wechseln. Für den Betrieb reicht bereits eine kleine 5-kg-Gasflasche, die bei gelegentlichen Pizzaabenden über mehrere Einsätze hinweg hält.
Für wen geeignet?
Der BURNHARD TONY eignet sich für alle, die einen günstigen, tragbaren Einstieg in den Gas-Pizzaofen suchen und meist für 1 bis 2 Personen backen – auf Balkon, Terrasse oder beim Camping. Wer regelmäßig größere Pizzen oder für mehrere Gäste gleichzeitig backen will, findet im größeren Fat Tony mit größerem Stein und mehr Leistung die passendere Alternative. Einen Überblick über weitere Modelle liefert die Kategorie Pizzaöfen im Vergleich, der Grill-Finder hilft bei der Einschätzung der passenden Größe.
Alle Top-Modelle der Klasse stehen im Pizzaöfen-Ranking.


