Erster Eindruck: kompakt und autark
Der Ooni Fyra 12 sieht auf den ersten Blick dem Koda 12 zum Verwechseln ähnlich, doch statt eines Gasanschlusses sitzt am Heck ein auffälliger Trichter für Holzpellets. Dieser Gravitationstrichter ist das Herzstück des Ofens: Er füllt automatisch Pellets in die Brennkammer nach, sobald der Vorrat sinkt, ganz ohne manuelles Eingreifen während des Backens. Das Gehäuse besteht aus demselben robusten, pulverbeschichteten Stahl wie bei den Gas-Modellen der Koda-Reihe.
Mit rund 10 kg ist der Fyra 12 genauso leicht wie sein gasbetriebenes Pendant und lässt sich ebenso einfach im Kofferraum verstauen. Der entscheidende Vorteil gegenüber Gasmodellen zeigt sich schon vor dem ersten Anzünden: Es muss keine Gasflasche organisiert, angeschlossen oder auf Restfüllstand geprüft werden – ein Beutel Pellets reicht für den gesamten Grillabend.
Im Detail: Anzünden, Temperatur und Backergebnis
Zum Start wird eine kleine Menge Pellets in der Brennkammer angezündet, der Trichter übernimmt danach die Nachfüllung automatisch. Laut Hersteller erreicht der Fyra 12 in rund 15 Minuten bis zu 500 °C. In unabhängigen Praxistests wird dieser Wert knapp verfehlt – üblich sind Werte im Bereich von 460 bis 490 °C, was für den Geschmack und die Backzeit der Pizza jedoch keinen relevanten Unterschied macht.
Bei erreichter Betriebstemperatur backt eine 30-cm-Pizza in rund 60 Sekunden. Der Geschmack liegt spürbar näher am klassischen Holzofen-Aroma als bei reinen Gasmodellen, auch wenn die Rauchnote insgesamt dezenter ausfällt als bei einem echten Scheitholzfeuer wie im Ooni Karu 12. Der Pelletverbrauch liegt laut Hersteller rund 44 % niedriger als beim älteren Ooni-3-Modell, was sich auch in der Praxis durch selteneres Nachfüllen bestätigt.
Wie heiß muss ein Pizzaofen sein, um mit Pellets zu funktionieren?
Auch beim Pelletbetrieb gilt der Zielbereich von 450–500 °C für authentische neapolitanische Pizza. Der Fyra 12 bewegt sich meist im oberen Bereich dieser Spanne, wobei die Temperatur stärker von der Pelletqualität abhängt als bei Gas: Feuchte oder minderwertige Pellets erzeugen mehr Rauch bei weniger Hitze und verlängern die Aufheizzeit spürbar.
Ein Vorteil des Gravitationstrichters zeigt sich bei mehreren Pizzen hintereinander: Da die Pelletzufuhr automatisch nachreguliert, sinkt die Temperatur zwischen den Backvorgängen weniger stark als bei Feuerholz-Modellen, bei denen manuell nachgelegt werden muss. Wer dennoch merkt, dass die Hitze nachlässt, füllt den Trichter einfach von oben nach, ohne den Backvorgang zu unterbrechen.
Handhabung und Pflege
Nach dem vollständigen Abkühlen sollte die Ascheschale unter der Brennkammer geleert werden – bei regelmäßiger Nutzung reicht das etwa alle 2–3 Backsessions. Der Cordierit-Stein wird wie bei allen Ooni-Modellen trocken mit einer Bürste gereinigt, niemals mit Wasser. Der Pellettrichter selbst sollte gelegentlich auf Rückstände geprüft werden, da verklumpte Pellets die automatische Nachfüllung blockieren können.
Für den Transport punktet der Fyra 12 gegenüber Gasmodellen dadurch, dass keine Gasflasche mitgeführt werden muss – nur ein leichter Beutel Pellets, was besonders bei Flugreisen oder beengtem Kofferraum ein spürbarer Vorteil ist.
Was kostet der Betrieb im Vergleich zu Gas?
Ein Kilogramm lebensmittelechte Hartholzpellets kostet im Fachhandel meist zwischen 2 und 4 €, wobei eine einzelne Backsession mit mehreren Pizzen üblicherweise deutlich unter einem Kilogramm verbraucht. Damit liegt der Fyra 12 preislich in etwa auf Höhe eines Gasmodells wie des Koda 12, dessen Propanverbrauch pro Pizza ähnlich gering ausfällt. Der eigentliche Unterschied liegt weniger im Preis als in der Logistik: Pelletsäcke lassen sich einfacher lagern und portionieren als Gasflaschen, die volle oder leere Füllstände unklar lassen.
Für wen geeignet?
Der Ooni Fyra 12 ist die beste Wahl für Camping-Fans und alle, die unabhängig von Gasflaschen-Nachschub backen wollen, ohne auf Holzfeuer-Charakter zu verzichten. Auch als Zweitgerät für spontane Ausflüge ist er wegen seines geringen Gewichts praktisch. Wer maximale Temperaturpräzision will, findet im Pizzaofen-Vergleich mit Gasmodellen wie dem Koda 12 die kontrolliertere Alternative.
Ob Pellets, Gas oder Holz am besten zum eigenen Nutzungsprofil passen, zeigt der Grill-Finder in wenigen Fragen.


