Welcher Grill hinter dem Amazon-Angebot steckt
Amazon führt unter B095HXZPJG die Modellnummer 121001-BLACK. Mit dieser Artikelnummer hat Monolith den CLASSIC 2.0 in Schwarz verkauft, geliefert mit Gestell und Seitentischen, als Teil der Classic Pro-Serie 2.0. So steht es auf der Herstellerseite, die das Internet Archive am 27.03.2025 gesichert hat. Es ist ein Kamado: ein Holzkohlegrill mit Korpus und Deckel aus Keramik, dessen Temperatur du über Zu- und Abluft regelst.
Neu bei Monolith bekommst du ihn nicht mehr. Am 24.09.2026 fand die Shopsuche nach 121001 nichts, und die alte Produktadresse leitete auf die Startseite um.
Seinen Platz hat der TWO.55 (CLASSIC) mit der Artikelnummer 121000.55 übernommen. Monolith beschreibt ihn als PRO-Serie 2.0 mit Design-Upgrade und zählt dazu vier Änderungen auf: ein neues Gestell aus pulverbeschichtetem, galvanisiertem Stahl, Seitentische aus hellem Bambus, die direkt am Gestell sitzen, einen optimierten Sitz der Spannbänder und neue Rollen. Ohne Gestell kostete der TWO.55 am 24.09.2026 im Herstellershop 1.799,90 Euro; das Gestell-Set dazu (Art. 121009.55) steht im Katalog 2026 mit 290,90 Euro. Auch alle weiteren Monolith-Shoppreise in diesem Text haben wir an diesem Tag abgerufen.
Matthias Otto hat Monolith Grill 2008 gegründet, Sitz ist Osnabrück. Gebaut werden die Grills in China, in der Region Yixing. Osnabrück ist laut Hersteller-FAQ Hauptsitz und Backoffice, verkauft wird dort nicht. Eine frühere Fassung dieser Seite sprach von deutscher Fertigung, und das war falsch.
In unserer Preisbox steht der Classic 2.0 mit ca. 1.849 Euro, dem Amazon-Preis vom 24.09.2026; was Amazon heute verlangt, zeigt dir erst der Klick. Die übrigen Keramikgrills, deren Daten wir vergleichen, findest du in der Kamado-Übersicht.
Keramik, Feuerbox, Gestell
Auf dem Produktfoto sitzt ein runder, nach oben gewölbter Keramikkorpus in einem schwarzen Gestell mit vier Beinen auf Rollen. Links und rechts ragen die Seitentische auf Höhe des Deckelrands weit hinaus. Sie erklären die Außenmaße: 120 x 120 x 71 cm nennt Monolith für den Grill mit Gestell und Seitentischen, der Katalog 2026 schlüsselt das als Breite, Höhe und Tiefe auf. Ein .55-Grill ohne Gestell ist nach demselben Katalog ca. 55 cm breit; rechnerisch entfallen damit rund 65 cm der Breite auf Gestell und Seitentische.
Beim Gewicht widersprechen sich die Monolith-Quellen. Die Produktseite des 121001 gibt 84 kg mit Gestell an, und Amazons Katalogwert ergibt umgerechnet dieselbe Zahl. Die Größenübersicht im Katalog 2026 führt die .55-Modelle mit Gestell dagegen mit ca. 115 kg. Wir bleiben bei 84 kg, weil diese Zahl zum konkreten Artikel gehört.
Als Material gibt Monolith Keramik, Edelstahl und Gusseisen an, die Beschläge sind aus Edelstahl. Die Keramik selbst beschreibt der Hersteller auf der Seite zum TWO, also zur PRO-Serie 2.0 mit neuem Gestell: Silikat-Keramik mit mineralischer Glasur, beständig gegen UV-Licht und Säure. Der Rost hat Ø 44 cm.
Am Deckel sitzt eine Glasfaserdichtung mit Edelstahl-Inlay und Rahmen. Monolith hält dieses System für wartungsärmer als eine Filzdichtung. Oben regelt ein Deckelventil aus Gusseisen die Abluft. Sein Slide-System soll verhindern, dass sich die Einstellung ungewollt verschiebt. Abnehmbar ist der Deckel nicht.
Unten im Korpus steht die Feuerbox aus Schamott und Edelstahl mit Aschesammelsystem. Beim Classic setzt sie sich aus fünf Keramikelementen in einem Metallrahmen zusammen; Segmente haben laut Monolith weniger Materialspannung und ein geringeres Rissrisiko. Zur Brennkammer gehören außerdem der Feuer-Ring, ein Kohlerost aus Gusseisen und der geteilte Kohlekorb.
Im Karton liegen laut archivierter Produktseite das Gestell, zwei Seitentische, die Räucherschiene mit Schieber, der geteilte Kohlekorb, die 2.0 Feuerbox, ein Grillrostheber, eine Ascheschaufel und das 2.0 Smart Grid System mit Metallrahmen, je zwei halbrunden Tropfschalen, Deflektorsteinen und Grillrosten sowie zwei SGS-Liftern. Das Handbuch zählt zusätzlich die Kappe zur Luftregulierung, den Feuer-Ring, den Kohlerost, das Deckelthermometer, einen Bambus-Griff, einen Beschlagbeutel und das Benutzerhandbuch auf, bei Modellen mit Gestell außerdem zwei Seitentische aus Bambus. Einen Pizzastein führt es nur als Zubehör.
In keiner der Monolith-Quellen, die wir ausgewertet haben (Produktseite, Handbuch, FAQ, Katalog 2026, Datenblatt), stehen:
- die Wandstärke der Keramik
- eine Grillfläche in cm², belegt ist nur der Rostdurchmesser
- die Innenhöhe unter dem Deckel und das Gewicht des Deckels
- der Messbereich des Deckelthermometers
- eine Aufheizzeit bis zu einer bestimmten Temperatur
- eine Personenzahl
- der Kohleverbrauch pro Stunde bei hoher Temperatur
- die Tragkraft von Gestell und Seitentischen
- ein Mindestabstand in Zentimetern zu brennbaren Materialien oder Hecken; das Datenblatt des TWO.55 nennt nur für den Einbau in eine Außenküche mindestens 520 mm von der Rückwand bis zur Grillmitte, ohne Gewähr
- welche Lüfter und Controller am Adapter des Classic 2.0 ohne Guru Edition laufen
- ein Jahr der Markteinführung; belegt ist nur, dass Monolith den Shop-Datensatz des 121001 am 11.03.2024 veröffentlicht hat
Im Detail: zwei Zonen aus halbierten Teilen
Direkt grillen heißt, das Grillgut liegt über der Glut und bekommt deren Strahlungshitze von unten ab. So brätst du scharf an. Indirekt liegt es abgeschirmt, und die heiße Luft unter dem geschlossenen Deckel gart es von allen Seiten, ähnlich wie im Backofen. Im Kamado kommt die Wärme dazu, die die Keramikwände speichern und wieder abstrahlen. Große Stücke mit langer Garzeit gehören in diese Zone.
Monolith baut beide Zonen aus Halbteilen. Laut Handbuch trennst du den geteilten Kohlekorb mit dem Kohletrenner, füllst nur eine Hälfte mit Holzkohle und zündest nur diese an. Zusammen mit einem halben Deflektorstein und einer halben Tropfschale hast du dann eine direkte und eine indirekte Zone gleichzeitig im Grill. Ein Deflektorstein hält die Strahlung vom Grillgut darüber ab, eine Tropfschale fängt das Fett, bevor es auf Stein oder Glut läuft.
Die Halbteile hält das Smart Grid System in seinem Metallrahmen, ein Ring verstellt die Höhe. Wie viele Ebenen das ergibt, beantwortet Monolith an zwei Stellen verschieden: Das Handbuch spricht von bis zu fünf Ebenen mit halben Rosten, vier davon variabel, der Katalog 2026 von bis zu vier Ebenen und bis zu drei Temperaturzonen.
In unserem Vergleich ist dieses System der stärkste Punkt des Classic 2.0. Ein typischer Einsatz für zwei Zonen ist das Rückwärtsgaren: Ein dickes Steak gart zuerst auf der indirekten Seite langsam bis knapp unter die gewünschte Kerntemperatur und bekommt danach über der Glut kurz seine Kruste. Die Aufteilung nach Grillgut erklärt unser Ratgeber zu direkter und indirekter Hitze.
Low and Slow: Kohle, Luftklappen, Lüfteranschluss
Für den Niedrigtemperaturbereich setzt das Handbuch 2,5 bis 3 kg Holzkohle für bis zu 24 Stunden an. Den Verbrauch beziffert Monolith außerdem auf 25 bis 50 Prozent eines herkömmlichen Grills. Nach unserer Einordnung liegt der geringe Bedarf an der Bauart: Weil der Deckel über eine Dichtung schließt, bekommt die Glut nur so viel Sauerstoff, wie durch die Zuluft hereinkommt, und die Keramik hält die Wärme im Garraum.
Den Ablauf beschreibt das Handbuch so: Kohle von oben entzünden, Deckel schließen, Zu- und Abluft ganz öffnen. Ist die Zieltemperatur erreicht, schließt du die Zuluft bis auf 1 bis 2 cm. Für niedrige Garstufen lässt du die Temperatur nach dem Anzünden nicht zu hoch steigen, weil die Keramik die Wärme speichert und der Weg von sehr heiß zurück auf niedrig deshalb Zeit braucht.
Auch die Füllhöhe richtet sich nach dem Ziel. Ohne Korb füllst du die Feuerbox höchstens bis zur Fuge zwischen Feuerbox und Feuer-Ring; das ergibt die längere Brenndauer für Niedrigtemperatur. Im Korb, gedacht für mittlere und hohe Temperaturen, füllst du höchstens bis unter die Öffnung der Räucherschiene, und zu kleine Stücke gehören nicht nach unten. Aus der Hersteller-FAQ stammt eine Regel, die den Korpus schützt: Wer den Korb benutzt, legt den Kohlerost darunter, sonst drohen Spannungsrisse im Korpusboden.
Holzchips, Chunks oder Smoke Pellets schiebst du mit dem Schieber der Räucherschiene bei geschlossenem Deckel durch eine Klappe direkt in die Glut, danach ziehst du die Schiene heraus und schließt die Klappe. Welches Holz zu welchem Grillgut passt, erklärt unser Ratgeber Räuchern auf dem Grill.
Für die automatische Regelung hat der Classic 2.0 einen integrierten Controller-ready-Adapter, an den ein Lüfter für die Temperatursteuerung angeschlossen wird; im Datenfeld der Produktseite steht „BBQ Guru: Ready“. Lüfter und Controller liegen nicht bei. Einen Controller führte der Monolith-Shop bei unserem Abruf nicht, wohl aber den Pit Viper 10CFM Blower für 79,90 Euro und für 12,90 Euro einen SmartControl Kill Plug für den Guru-Ready-Anschluss.
Mit der Controllerliste aus der Monolith-FAQ kommst du nur ein Stück weit, denn sie gilt dem fest eingebauten Lüfter der BBQ Guru Edition. Genannt sind dort DigiQ DX3 BBQ Guru Edition, DynaQ und UltraQ, extern außerdem Flame Boss 400/500, FireBoard 2 Drive/Pro und Thermoworks Signals & Billows mit Adapter. Per BBQ Guru App steuerbar ist davon der UltraQ.
Die BBQ Guru Edition ist ein eigenes Modell mit seitlichem, fest integriertem Lüfterkasten. Nachrüsten lässt sich dieser Kasten laut Handbuch nicht: Eine eigene Lüfter-Montage dieser Art lässt die Garantie erlöschen, und Bohren in die Keramik kann Risse verursachen.
Gilt die Monolith-Garantie beim Kauf über Amazon?
Nur, wenn der Verkäufer ein von Monolith autorisierter Händler ist (Abschnitt 6 der Garantiebedingungen, Liste unten). Ob der Amazon-Verkäufer von B095HXZPJG dazugehört, konnten wir nicht belegen. Frag vor der Bestellung beim Verkäufer oder bei Monolith nach.
Von den Produktseiten aus schickt Monolith niemanden zu Amazon. Weder die Seiten der .55-Modelle noch die archivierte Seite des Classic 2.0 verlinken dorthin, der Kaufknopf führt jeweils in den eigenen Shop. Die autorisierten Händler listet Monolith in einem Händlerverzeichnis auf der eigenen Website.
Die Limited Lifetime Warranty gilt seit dem 01.01.2022. Für die Keramikbauteile läuft sie, solange der private Erstkäufer den Grill besitzt, für Metallbauteile fünf Jahre, für Grilltools und abklappbare Seitentische ein Jahr, für Buggy und Teakholztisch zwei Jahre. Monolith repariert oder ersetzt nach eigener Wahl. Deine Rechte beschränken sich auf diese Nacherfüllung, Schadenersatz ist ausgeschlossen, und ein repariertes oder ersetztes Teil ist danach nur für die Restzeit der ursprünglichen Garantie abgedeckt. Die Garantie gilt nur in der EU und ist an deine Person gebunden. Deine gesetzliche Gewährleistung von mindestens zwei Jahren bleibt davon unberührt; sie richtet sich grundsätzlich gegen den Verkäufer, bei Amazon also gegen den jeweiligen Händler.
Ausgeschlossen sind laut Abschnitt 6 der Bedingungen:
- gewerbliche Nutzung
- Verschleiß oder Schäden infolge normaler Abnutzung
- Folgen unterlassener oder fehlerhafter Wartung
- Folgen übermäßigen oder unsachgemäßen Gebrauchs
- Verschleißteile, insbesondere Dichtungen
- Folgen unsachgemäßer Lagerung oder Reinigung, etwa mit scheuernden oder ätzenden Mitteln oder Werkzeugen
- Schäden durch Missbrauch oder zweckentfremdete Verwendung
- Folgen höherer Gewalt, von Vandalismus, Unfällen oder vergleichbaren Ereignissen
- Folgen der Verwendung von Teilen oder Zubehör anderer Hersteller
- Folgen fehlerhafter Installation
- Mängel an Grills, die nicht bei Monolith oder einem autorisierten Händler gekauft wurden
- Transport- und Fahrtkosten sowie Kosten für Auf- und Abbau
- Schäden, die nicht direkt am Produkt entstehen, und sonstige Folgedefekte
- Veränderungen, mit denen der Grill an die Normen eines anderen Landes als seines ursprünglichen Bestimmungslandes angepasst wird
Die Garantie erlischt, wenn du oder Dritte das Produkt verändern, wenn du den Grill trotz eines Funktions- oder Gebrauchsmangels weiter betreibst und sobald der Erstkäufer ihn nicht mehr besitzt.
Ersatzteile und Zubehör: was später Geld kostet
Eine Abdeckhaube empfiehlt Monolith im Handbuch selbst. Die Abdeckhaube .55 (CLASSIC) aus Oxford-Nylongewebe mit UV-Schutz kostet im Monolith-Shop 89,90 Euro.
Bei den Ersatzteilen für den .55 (CLASSIC) reicht die Spanne dort von 29,90 Euro für den Bambusgriff bis 249,90 Euro für ein komplettes Smart Grid System. Dazwischen liegen die Ersatzfilzdichtung für 30,90 Euro, das Thermometer für 37,90 Euro, der Kohlerost für 39,90 Euro, die Räucherschiene für 45,90 Euro und der Gussdeckel für 139,90 Euro. Bei der Feuerbox zahlt sich die Segmentbauweise aus: Ein einzelnes Keramiksegment kostet 36,90 Euro, die ganze Feuerbox 249,90 Euro.
Die Dichtung würden wir erst nach einer Rückfrage mit der Artikelnummer 121001-BLACK bestellen. Die Ersatzfilzdichtung (Art. 201055-C) ist laut Shop ein selbstklebendes Filzband, passgenau in der Länge für Korpus und Deckel des .55 (CLASSIC). Die archivierte Produktseite des Classic 2.0 beschreibt am Deckel aber die Glasfaserdichtung mit Edelstahl-Inlay, und das Handbuch erwähnt Filzdichtungen unter den Spannringen.
Reinigung, Pflege und Sicherheit
Für den Innenraum scheiden Wasser und andere Flüssigkeiten aus: Das Handbuch sagt, ihn keinesfalls damit zu reinigen. Außenseite, Gestell und die Bambus-Seitentische reinigst du dagegen nur mit Wasser und mildem Reinigungsmittel.
Innen brennst du den Grill stattdessen aus (Pyrolyse). Dafür öffnest du Zu- und Abluft ganz, sorgst für genug Kohle im Grill und hältst ihn 10 Minuten auf 400 °C. Danach hebst du den Deckel zuerst nur einen kleinen Spalt an und wartest einen Moment, sonst droht eine Stichflamme. Der Quick Start Guide von 2025 ergänzt, das Smart Grid System vorher herauszunehmen, nicht über 400 °C zu gehen, weil sonst die Dichtung zwischen Korpus und Deckel Schaden nehmen kann, und den Grill dabei nie unbeaufsichtigt zu lassen. In der Web-FAQ von Monolith stehen für die Pyrolyse 450 °C. Wir halten uns an die 400 °C aus den beiden Anleitungen, weil der Quick Start Guide ausdrücklich vor mehr warnt.
Die Grillroste sind aus Edelstahl und laut Handbuch spülmaschinengeeignet. Dauerhaft verfärben können sie sich durch die hohe Hitze, die der Grill erreichen kann (Anlauffarben). Heiß bürstest du sie mit einer Grillbürste ab, um grobe Verschmutzungen und eingebranntes Fett zu entfernen, und nimmst nur geeignete Reinigungsmittel. Kohlerost und Kohlekorb bürstest du nach der Pyrolyse ab; den Kohlerost aus Gusseisen reibst du gelegentlich dünn mit Öl ein, damit er nicht rostet.
Eine Ascheschublade hat der Classic nicht. Nach dem Abkühlen schüttelst du die Asche aus dem Kohlekorb in die Aschekammer der Feuerbox und holst sie mit Aschehaken oder Ascheschaufel durch die Öffnung heraus. Ab und zu nimmst du alle Teile heraus und saugst oder fegst den Grill aus.
Regelmäßig prüfst du die Innensechskantschrauben der Metallbänder um Korpus und Deckel und ziehst sie bei Bedarf nach. Den Grund nennt die Montageanleitung: Die Filzdichtungen unter den Spannringen können sich beim Gebrauch zusammenziehen. Ein Wechsel des Edelstahl-Dichtrings ist laut Handbuch eher selten nötig. Dafür hebst du die Klemmlaschen leicht an, ohne sie aufzubiegen, nimmst das Dichtband heraus und setzt das neue in umgekehrter Reihenfolge ein.
Dass sich die Innenkeramik mit der Zeit dunkel färbt, wertet Monolith nicht als Mangel. Feine Risse in der Glasur (Krakelee) entstehen beim Brand und sind laut Hersteller kein Reklamationsgrund. Das Handbuch vergleicht sie mit glasierten Ofenkacheln: Die weniger flexible Glasur kann so mit dem Keramikkörper mitgehen, der sich stärker ausdehnt, und die Keramik wird robuster gegen Bruch durch Temperaturschwankungen. Deflektor- und Pizzastein sind offenporig, Fettflecken darauf sind unbedenklich, und den Deflektorstein darfst du mit Alufolie umwickeln.
Das Sicherheitskapitel des Handbuchs (PDF-Seite 13), sinngemäß wiedergegeben und vollständig bis auf den Absatz zu Deckeln mit Spannfedern, der nur für Junior und Icon gilt:
- Der Grill gehört auf ebenen Untergrund, der sein hohes Gewicht tragen kann, und niemals in direkte Nähe brennbarer Materialien.
- In geschlossenen Räumen ist der Betrieb untersagt, es besteht Erstickungsgefahr; der Standort muss ausreichend belüftet sein. Weil auch die Abluft sehr heiß ist, stellst du den Grill nicht unter Vordächer, Terrassenüberdachungen oder Ähnliches.
- Zum Bewegen ziehst du mit beiden Händen am Gestell, statt zu schieben, sonst kann er kippen. Im Betrieb bewegst du ihn gar nicht. Die Rollen sind nicht für Rasen, Sand oder Kies ausgelegt, für unwegsames Gelände empfiehlt Monolith den Buggy.
- Kinder und Haustiere hältst du wegen Verletzungsgefahr fern, und den Grill lässt du nicht unbeobachtet.
- Das Abluftventil taugt nicht als Guckloch, denn die austretende Luft ist sehr heiß und kann verletzen.
- Grillkohle löschst du niemals mit Wasser. Du schließt Zu- und Abluft, dann erstickt die Glut.
- Zubehörteile setzt du nur mit Grillhandschuhen und geeignetem Werkzeug ein oder nimmst sie so heraus. Heiße Teile legst du nicht auf brennbaren oder empfindlichen Flächen ab und achtest darauf, dass sich niemand an ihnen verletzt. Feuerbox oder Kohlekorb nimmst du nicht mit glühender Kohle heraus.
- Den Grillrost hebst du mit dem mitgelieferten Rostheber an und trägst dabei Grillhandschuhe.
- Die Außenseite wird weniger heiß als bei Stahlgrills, im Betrieb kannst du dich trotzdem verbrennen.
- Unbeaufsichtigt lässt du den Grill nicht, weil Funkenflug und heiße Abluft Brennbares entzünden können.
- Gegen Flammenschlag öffnest du den Deckel im Betrieb zuerst nur 4 bis 5 cm, damit Sauerstoff langsam einströmt. Je weiter die Zuluft geschlossen war, desto stärker der Effekt. Dabei trägst du Handschuhe und stehst seitlich; kommt es trotzdem dazu, schließt du Deckel, Zu- und Abluft.
- Flüssige oder chemische Grillanzünder, Benzin und Spiritus sind tabu. Sie können in die offene Keramik einziehen und dem Grillgut einen nachhaltigen Fremdgeschmack geben.
- Vor der Inbetriebnahme beachtest du die lokalen Vorschriften.
Diese drei Kamados kommen sonst infrage
Alle drei haben einen etwas größeren Rost, der Unterschied liegt bei 1,7 bis 2 cm im Durchmesser.
| Modell | Der Unterschied | Preis | Unsere Wertung | Nimm diesen, wenn |
|---|---|---|---|---|
| Monolith Classic (2.0) (dieser) | Ø 44 cm, geteilter Kohlekorb mit halben Deflektorsteinen, Räucherschiene | ca. 1.849 € | 9,5 | du mit dem kleinsten Rost der vier auskommst und Rauchholz bei geschlossenem Deckel nachlegen willst |
| Kamado Joe Classic II | 18 Zoll (45,7 cm), 2-Tier Divide & Conquer, Aschelade | ca. 1.599 € | 9,1 | dir zwei Rostebenen reichen und du die Asche lieber aus einer Schublade ziehst als mit der Schaufel aus der Feuerbox |
| Kamado Joe Classic III | 18 Zoll (45,7 cm), 3-Tier Divide & Conquer, SlōRoller-Einsatz | ca. 2.149 € | 9,2 | du den SlōRoller willst, den Kamado Joe als Einsatz zum Smoken bewirbt |
| Big Green Egg Large | Ø 46 cm, laut Hersteller 1.688 cm² Kochfläche für 8 Personen | ca. 2.199 € | 9,0 | dir eine große Zubehörauswahl wichtig ist (laut Big Green Egg unter den Big-Green-Egg-Modellen die größte) |
Die Preise sind die Richtwerte, die wir in den jeweiligen Reviews führen, mit unterschiedlichem Erfassungsdatum und nicht tagesaktuell; die Shop-Angebote in deren Preisboxen weichen teils deutlich davon ab. Die Wertung ist unsere redaktionelle Einschätzung, gemessen hat sie niemand. Rostmaße und Ausstattung der drei Alternativen haben wir am 24.09.2026 auf den Herstellerseiten von Kamado Joe und Big Green Egg nachgelesen.
Wann der Classic 2.0 passt und wann nicht
Zuerst entscheidet der Standort. Kannst du nur unter einem Terrassendach oder Vordach grillen, ist der Classic 2.0 die falsche Wahl, denn das schließt das Handbuch aus. Einen Balkon mit einer Decke darüber zählen wir nach unserer Lesart zu diesen Überdachungen. Auf einem offenen Balkon kommt es auf Tragfähigkeit und Platz an: Rechne mit dem höheren der beiden Gewichtswerte von oben und mit der vollen Breite samt Tischen. Ob Statik und Hausordnung das hergeben, entscheiden Vermieter oder Eigentümergemeinschaft.
Scharf anbraten und lange garen geht beides: Den Temperaturbereich gibt Monolith auf der Seite zum TWO und im Katalog 2026 mit 70 bis 400 °C an, das Handbuch nennt als nutzbaren Bereich 80 bis 400 °C. Soll er die Temperatur über viele Stunden selbst halten, kommt der Zukauf aus dem Abschnitt zum Lüfteranschluss ins Budget. Unbeaufsichtigt lassen sollst du den Grill laut Handbuch auch dann nicht.
Beim Anheizen verlangt das Handbuch, in der Nähe zu bleiben: Der Grill kann sehr schnell über 400 °C kommen, und das kann die Dichtung und andere Bauteile beschädigen. Anzünden und nebenher den Rasen mähen passt also schlecht. Grilltypen, bei denen du weniger mit Glut und Luftklappen hantierst, zeigt dir der Grill-Finder.
Bleibt die Modellfrage, und für sie ist die Händlerfrage aus dem Garantieabschnitt die Voraussetzung. Als Vergleichsgröße dienen 2.090,80 Euro, die Summe aus TWO.55 und Gestell-Set nach den Monolith-Preisen im ersten Abschnitt; den Lieferumfang beider Pakete haben wir allerdings nicht Punkt für Punkt abgeglichen. Liegt der Amazon-Preis darunter, ist die Differenz der Betrag, den dir die vier Änderungen am TWO.55 wert sein müssten, damit du zum Nachfolger greifst. Liegt er darüber, würden wir zum aktuellen Modell greifen, direkt bei Monolith oder bei einem Händler aus dessen Verzeichnis.



