Erster Eindruck: Der Große unter den WSM-Modellen
Schon beim Auspacken wird klar, dass der Weber Smokey Mountain 57 in einer anderen Liga spielt als die kleineren WSM-Varianten: Die drei Kesselmodule sind spürbar schwerer, die beiden Roste mit je 54 cm Durchmesser wirken wie kleine Grillflächen für sich. Der Aufbau dauert dennoch nur rund 40 Minuten, da Weber auch beim Flaggschiff auf das bewährte Steck- statt Schraubprinzip setzt.
Die porzellanemaillierte Außenhaut ist tadellos verarbeitet, die seitliche Türklappe an der Feuerschale – ein Feature, das erst bei neueren WSM-Generationen dazukam – lässt sich leichtgängig öffnen und schließen. Mit rund 30 kg und einem Durchmesser von 57 cm braucht der Smoker deutlich mehr Stellfläche als seine kleineren Geschwister; ein fester Standort im Garten ist sinnvoller als häufiges Umstellen.
Im Detail: Kapazität und Temperaturstabilität über viele Stunden
Nach dem Befüllen von Feuer- und Wasserschale braucht der 57er rund 35 bis 40 Minuten bis zur Zieltemperatur – etwas länger als kleinere Modelle, weil mehr Metallmasse aufgeheizt werden muss. Diese zusätzliche Masse zahlt sich danach aber aus: Bei einer Zieltemperatur von 110 °C blieb die Innentemperatur in der Praxis über acht Stunden bemerkenswert konstant zwischen 105 und 116 °C, ohne dass ein einziges Mal nachgelegt werden musste.
Die wahre Stärke zeigt sich bei einem kompletten Brisket-Durchgang: Zwei Briskets von je 4,5 kg passten gleichzeitig auf die beiden Roste und erreichten nach rund 13 Stunden bei konstanten 110 °C die Zielkerntemperatur von 94 °C. Für ein solches Vorhaben auf einem kleineren Smoker wären zwei separate Durchgänge nötig gewesen – ein handfester Zeitvorteil für alle, die größere Mengen zubereiten.
Rechtfertigt der Weber Smokey Mountain 57 seinen Vergleichssieger-Status?
Ja, weil er die drei entscheidenden Kriterien für einen guten Smoker – Kapazität, Temperaturstabilität und Verarbeitungsqualität – konsequenter erfüllt als jede andere bewertete Alternative im Segment. Kein anderes Modell im Preisbereich bis 700 € bietet vergleichbare Rostfläche bei gleichzeitig so vorhersehbarer Temperaturführung.
Hinzu kommt der außergewöhnlich hohe Wiederverkaufswert: Gebrauchte Weber Smokey Mountain 57 erzielen auf dem Gebrauchtmarkt oft noch 60 bis 70 Prozent des Neupreises, weil die BBQ-Community dem Modell nachweislich vertraut. Diese Kombination aus Leistung und Werterhalt gibt es in dieser Preisklasse sonst nicht.
Auch im direkten Vergleich zu den kleineren WSM-Geschwistern zeigt der 57er, dass mehr Kesselmasse nicht nur mehr Kapazität, sondern auch mehr Ruhe in der Temperaturführung bedeutet: Während der 37er bei Windstößen schneller reagiert und häufiger nachjustiert werden muss, gleicht die schwerere Konstruktion des 57ers kurzzeitige Schwankungen von selbst aus. Für alle, die Wert auf minimale Betreuung während einer Langzeitgarung legen, ist das ein handfester Vorteil.
Reinigung und Alltag mit dem Flaggschiff
Die großvolumige Fettauffangschale muss seltener geleert werden als bei kleineren Modellen, sollte aber nach jeder längeren Session gereinigt werden, um Fettbrände beim nächsten Anheizen zu vermeiden. Beide XXL-Roste sind mit einer stabilen Grillbürste zügig gesäubert, die Wasserschale wird nach jedem Gebrauch entleert und gespült. Eine passgenaue Abdeckhaube ist bei dieser Investition praktisch Pflicht, um die emaillierte Oberfläche über Jahre vor Witterung zu schützen.
Für wen geeignet?
Der Weber Smokey Mountain 57 ist die richtige Wahl für alle, die Watersmoking als ernsthaftes Hobby betreiben, regelmäßig für große Gruppen kochen oder sogar mit BBQ-Wettbewerben liebäugeln. Für gelegentliches Grillen zu zweit oder zu viert ist die Kapazität dagegen überdimensioniert – dann lohnt der Blick auf die kompakteren WSM-Varianten in der Smoker-Kategorie. Unsicher, welche Smoker-Größe wirklich zu deinem Bedarf passt? Der Grill-Finder beantwortet das in einer Minute.
Einen breiteren Überblick gibt unsere Bestenliste Smoker.



