Kein Grillrost, dafür 6 Millimeter Edelstahl
Wer „Gasgrill“ hört, denkt zuerst an ein Rost mit Röststreifen. Die Vivaplancha verzichtet komplett darauf und setzt stattdessen auf eine durchgehend flache Backplatte aus lebensmittelechtem Edelstahl – mit 6 mm Materialstärke deutlich dicker als die meisten Auflage-Planchas, die zwischen 3 und 4 mm liegen. Diese zusätzliche Masse ist kein Zufall, sondern der eigentliche Grund, warum sich das Gerät eher an ambitionierte Plancha-Köche als an Gelegenheitsgriller richtet.
Beim Auspacken wirkt die Konstruktion kompakt, aber wertig: Die Struktur ist komplett aus Edelstahl gefertigt, die Platte misst 53 x 35 cm und liegt satt auf dem Gestell auf. Die beiden Edelstahlbrenner mit je 5 kW sitzen unterhalb der Platte und werden über zwei separate Drehknöpfe angesteuert – eine einfache, aber bewährte Lösung, die keine unnötige Elektronik braucht.
Im Detail: Aufheizverhalten und Zonenkochen
In der Praxis zeigt sich der Vorteil der dicken Platte vor allem bei mehreren Portionen hintereinander. Während dünnere 3-mm-Planchas nach zwei oder drei Ladungen Fleisch spürbar an Temperatur verlieren, hält die 6-mm-Platte der Vivaplancha die Hitze deutlich konstanter. Mit zusammen 10 kW auf rund 1.855 cm² Fläche heizt die Platte zügig durch und erreicht in der Praxis Temperaturen, die für kräftige Röstaromen bei Steaks und Garnelen ausreichen.
Da beide Brenner unabhängig voneinander regelbar sind, lässt sich die Platte in zwei Zonen aufteilen: eine heißere Seite zum scharfen Anbraten von Fleisch, eine kühlere zum Nachziehen oder für empfindlicheres Gemüse. Das funktioniert im Alltag zuverlässig, solange man die Regler nicht ständig verstellt, sondern die Zonen einmal einpendeln lässt.
Wofür eignet sich eine Plancha besser als ein klassisches Rost?
Für alles, was durch ein Rost fallen würde oder von einer gleichmäßigen Kontaktfläche profitiert: Garnelen, kleingeschnittenes Gemüse, Jakobsmuscheln oder ein klassisches Frühstück mit Spiegelei und Speck. Auf der geschlossenen Edelstahlfläche verteilt sich die Hitze gleichmäßiger als über Roststäbe, und Fett läuft kontrolliert in die integrierte Auffangschale statt in die Glut zu tropfen und dort aufzuflammen.
Im direkten Vergleich zum klassischen Grillrost bleibt bei der Plancha allerdings der typische Röststreifen aus – wer optisch den „Grill-Look“ erwartet, muss hier umdenken und die Ergebnisse eher an einer Pfanne oder einem Teppanyaki-Tisch messen als an einem Steakhaus-Rost.
Reinigung und Handhabung im Alltag
Nach dem Grillen lässt sich die herausnehmbare Fettauffangschale einfach entnehmen und ist laut Hersteller spülmaschinenfest, was den größten Teil der Nachbereitung erledigt. Die Backplatte selbst wird im noch warmen Zustand mit einem Spachtel von groben Resten befreit und anschließend feucht abgewischt – ein Vorgehen, das sich an der Praxis professioneller Plancha-Stände orientiert. Der mitgelieferte Deckel schützt zusätzlich vor Wind beim Aufheizen und hält die Platte bei Nichtgebrauch sauber.
Das im Lieferumfang enthaltene Backzubehör-Set spart zudem den sofortigen Zusatzkauf von Spachteln oder Wendern, sodass du direkt nach dem Aufbau loslegen kannst, ohne erst weiteres Zubehör zu bestellen.
Für wen geeignet?
Die Vivaplancha eignet sich für alle, die regelmäßig planchieren wollen und dafür eine massive, langlebige Platte statt einer dünnen Auflage suchen – etwa für Meeresfrüchte-Abende, Gemüse in größeren Mengen oder Frühstücksrunden auf der Terrasse. Wer stattdessen auch klassisches Grillrost-Grillen mit Röststreifen möchte, findet in der Übersicht aller Gasgrills im Vergleich passendere Kombigeräte. Unsicher, welcher Grilltyp zum eigenen Kochstil passt? Der Grill-Finder hilft in wenigen Fragen weiter.
Einen breiteren Überblick gibt unsere Bestenliste Gasgrills.


