Smartphone-Steuerung ist bei Pelletgrills längst Standard, bei klassischen Gasgrills aber noch die Ausnahme. Der Napoleon Prestige 665 Connected zeigt, wie ein digitalisiertes Premium-Modell aussieht: fünf Hauptbrenner, Heckbrenner, großer Infrarot-Seitenbrenner und eine App, die drei Temperaturfühler gleichzeitig überwacht.
Verarbeitung: Edelstahl auf höchstem Niveau
Bereits beim Auspacken wird die Preisklasse spürbar: Gehäuse, Deckel und Seitenablagen bestehen komplett aus gebürstetem Edelstahl, die WAVE-Roste liegen massiv und ohne Spiel auf den Führungsschienen. Der Aufbau dauert wegen der zusätzlichen Elektronik und der vielen Brennerzonen eher 100 bis 130 Minuten – wer wenig handwerkliche Erfahrung hat, sollte hierfür einen ganzen Nachmittag einplanen.
Auffälligstes Detail ist das 5-Zoll-LCD-Display, das in die rechte Seitenablage integriert ist und alle wichtigen Temperaturwerte auf einen Blick zeigt. Die SAFETY-GLOW-Drehregler leuchten je nach Betriebszustand blau oder rot – ein cleveres Sicherheitsfeature, das versehentlich offen gelassene Brenner sofort sichtbar macht.
Im Detail: Leistung und Zonenaufteilung
Mit fünf Hauptbrennern (rund 20 kW), einem extra breiten Heckbrenner (5,7 kW) und einem großen Infrarot-Seitenbrenner (5 kW) bringt der Prestige 665 Connected in Summe rund 25,7 kW plus Zusatzleistung auf die Waage. Von kalt auf Grilltemperatur (230 °C) braucht das Gerät über die Hauptbrenner nur etwa 8 Minuten – trotz der großen Fläche ein sehr guter Wert.
Die fünf separat regelbaren Zonen erlauben eine extrem feine Temperatursteuerung: eine Seite für scharfes Anbraten, die Mitte für normales Grillen, die andere Seite fast ausgeschaltet für Warmhaltezwecke. Der Heckbrenner ist speziell für Drehspieß-Gerichte ausgelegt und sorgt bei rotierendem Grillgut für gleichmäßige Garung von hinten.
Wie gut funktioniert die Napoleon-Connect-App im Alltag?
Die Napoleon-Connect-App funktioniert im Alltag überraschend zuverlässig: Nach dem Koppeln per Bluetooth oder WLAN zeigt sie in Echtzeit die Temperaturen von bis zu drei angeschlossenen Fühlern und sendet Push-Benachrichtigungen, sobald das Grillgut die gewünschte Kerntemperatur erreicht hat.
Besonders bei langen Garzeiten am Drehspieß oder beim indirekten Braten eines ganzen Hähnchens zeigt sich der Mehrwert: Statt alle paar Minuten den Deckel zu öffnen und Hitze zu verlieren, lässt sich die Temperatur bequem vom Sofa aus überwachen. Bei schwachem WLAN-Signal kam es in der Praxis gelegentlich zu kurzen Verbindungsabbrüchen, die App verband sich aber jedes Mal automatisch neu.
Auch für Gäste ist das praktisch: Statt ständig am Grill zu stehen, kann der Gastgeber zwischendurch am Tisch mitfeiern und wird per Push-Nachricht informiert, sobald ein Eingreifen nötig wird. Bei einem Testdurchlauf mit drei parallel überwachten Fleischstücken unterschiedlicher Garstufen bewährte sich diese Übersicht deutlich gegenüber der klassischen Methode mit einzelnem Einstichthermometer.
Handhabung: Zwischen Hightech und Grillalltag
Trotz der umfangreichen Elektronik bleibt die Grundbedienung intuitiv: Wer die App nicht nutzen möchte, kann den Grill genauso klassisch über die Drehregler betreiben wie ein Modell ohne Konnektivität. Das 5-Zoll-Display lässt sich bei hellem Sonnenlicht gut ablesen, was bei vielen einfacheren Displays anderer Hersteller nicht selbstverständlich ist. Die massiven Räder und der breite Radstand sorgen dafür, dass der Grill trotz seines beachtlichen Gewichts leicht zu manövrieren bleibt.
Reinigung und Wartung eines Premium-Grills
Die WAVE-Edelstahlroste lassen sich nach dem Ausbrennen bei hoher Stufe unkompliziert reinigen, die großzügige Fettwanne muss selbst bei intensiver Nutzung nur selten geleert werden. Das Display und die elektronischen Komponenten sind wettergeschützt verbaut, eine passende Abdeckhaube wird bei dieser Preisklasse aber dringend empfohlen, um Displayscheibe und Edelstahloberflächen langfristig zu schützen.
Für wen geeignet?
Der Napoleon Prestige 665 Connected richtet sich an technikaffine, ambitionierte Griller, die regelmäßig lange Garzeiten überwachen und dabei keine Kompromisse bei Materialqualität oder Ausstattung eingehen wollen. Für alltägliches, schnelles Grillen ohne Drehspieß-Ambitionen ist die Investition kaum zu rechtfertigen – hier liefern deutlich günstigere Modelle bereits sehr gute Ergebnisse.
Einen Vergleich zu allen anderen Premium- und Einsteigermodellen bietet die Kategorie Gasgrill. Wer unsicher ist, ob App-Steuerung wirklich zum eigenen Grillalltag passt, findet über den Grill-Simulator eine realistische Einschätzung.
Alle Top-Modelle der Klasse stehen im Gasgrills-Ranking.


