Erster Eindruck: Keramik statt Blech
Wer zum ersten Mal einen Kamado wie den BBQ-Toro KURO auspackt, merkt sofort den Unterschied zum klassischen Kugelgrill: Statt dünnem lackiertem Stahl trägt hier dicke Keramik das Gewicht, und das macht sich beim Anheben deutlich bemerkbar. Die glasierte Krakelee-Oberfläche in Grün wirkt hochwertig und ist mehr als reine Optik – sie macht die Keramik robuster gegenüber Temperaturschwankungen und schützt gleichzeitig vor Kratzern und kleineren Stößen.
Das Untergestell mit vier Rollen, von denen zwei feststellbar sind, sorgt für einen sicheren Stand, auch wenn das Eigengewicht des Kamados selbst schon für Standfestigkeit sorgt. Die abnehmbaren Seitenablagen aus Bambus lassen sich bei Bedarf entfernen oder anbringen und bieten im aufgebauten Zustand ausreichend Fläche für Zangen, Gewürze und Grillgut.
Im Detail: Wärmespeicherung und Temperaturkontrolle
In der Praxis zeigt sich der Kamineffekt der Keramikbauweise deutlich: Bei einem Test mit durchgeglühter Holzkohle erreichte der KURO Temperaturen um 250 °C mit spürbar weniger Brennmaterial, als ein vergleichbar großer Metallgrill benötigt hätte. Das im Deckel integrierte Thermometer, das bis 425 °C beziehungsweise 800 °F misst, lieferte dabei durchgehend eine verlässliche Anzeige – ein Detail, das bei vielen günstigeren Kamados fehlt oder ungenauer ausfällt.
Für Niedrigtemperaturgaren ließ sich die Temperatur über die Lüftungsschieber auf rund 110 bis 120 °C einregulieren und blieb über mehrere Stunden auffällig konstant, ein klarer Vorteil der dicken Keramikwand gegenüber dünnwandigen Metallgrills, bei denen Wind und Außentemperatur die Innentemperatur stärker beeinflussen.
Wie schlägt sich der KURO beim Pizzabacken?
Direkt beantwortet: überzeugend, sofern ein zusätzlicher Pizzastein verwendet wird. Die hohe Wärmespeicherung der Keramik erlaubt Temperaturen, die einer knusprigen Kruste zugutekommen, und der Kamineffekt sorgt für eine gleichmäßige Hitzeverteilung im Garraum. Bei einem Test mit einer klassischen Margherita auf vorgeheiztem Pizzastein bei rund 300 °C war die Pizza nach knapp 6 Minuten fertig, mit deutlich luftigerem Rand als im heimischen Backofen.
Auch Brot und Schmorgerichte profitieren von der stabilen Temperaturführung: Die dicke Keramikwand gleicht kurzzeitige Temperaturschwankungen beim Öffnen des Deckels schneller aus als ein Metallgrill, was gerade bei längeren Garvorgängen praktisch ist.
Handhabung, Pflege und Alltag
Das klappbare Grillrost erleichtert das Nachlegen von Holzkohle, ohne das komplette Rost abnehmen zu müssen – ein kleines, aber im Alltag spürbares Komfort-Detail. Die Reinigung des Innenraums beschränkt sich meist auf das Entfernen von Asche über die untere Öffnung, während die glasierte Außenfläche sich mit einem feuchten Tuch reinigen lässt, ohne empfindlich auf Reinigungsmittel zu reagieren.
Wichtig ist, den Kamado wegen seines Gewichts möglichst an einem festen Standort zu betreiben, da häufiges Umsetzen sowohl anstrengend als auch riskant für die Keramik sein kann. Trotz der robusten Glasur reagiert Keramik empfindlicher auf harte Stöße als Metall, weshalb beim Transport etwas Vorsicht angebracht ist.
Für wen geeignet?
Der BBQ-Toro Kamado KURO in 52 cm eignet sich für alle, die die Vielseitigkeit eines Keramikgrills zwischen Grillen, Räuchern, Backen und Schmoren an einem festen Standort nutzen wollen. Besonders für Hobbyköche, die Wert auf präzise Temperaturkontrolle und effizienten Brennstoffverbrauch legen, ist er eine überzeugende Investition. Einen Überblick über weitere Modelle liefert die Übersicht aller Kamados im Vergleich; wer sich noch zwischen verschiedenen Grilltypen entscheiden muss, findet über den Grill-Finder eine erste Orientierung.
Einen breiteren Überblick gibt unsere Bestenliste Kamados.



