Ein Mini-Grill mit großem Hitze-Versprechen
Während die meisten tragbaren Gasgrills in dieser Preisklasse auf einen einfachen Brenner mit moderater Leistung setzen, wirbt der BIGHORN Steakgrill mit einem deutlich aggressiveren Ansatz: Infrarot-Strahlungshitze, die laut Hersteller in etwa 2 Minuten bis zu 870 °C erreichen soll. Das ist die gleiche Grundidee wie bei den Sizzle-Zonen großer Gasgrills, nur eben als eigenständiges, kompaktes Gerät für rund 41 €.
Ausgepackt zeigt sich ein kompaktes Gerät mit rund 12,5 kg Gewicht und einem Tragegriff, der den Transport zum Balkon, in den Garten oder ins Auto erleichtert. Die Verarbeitung von Blech und Scharnieren wirkt für den Preis erwartbar einfach – wer schon einen Markengrill in der Hand hatte, wird den Unterschied bei Materialstärke und Lackqualität sofort bemerken. Für einen Zweitgrill oder Einstieg in die Infrarot-Technik ist das aber ein nachvollziehbarer Kompromiss.
Im Detail: Vom Zünden bis zum fertigen Steak
Der Pulszünder springt zuverlässig an, und die versprochene Aufheizzeit von rund 2 Minuten bis zur vollen Hitze lässt sich in der Praxis grob bestätigen – deutlich schneller als klassische Gasgrills, die typischerweise 8 bis 10 Minuten zum Vorheizen brauchen. Ein mitteldickes Steak bekommt bei voller Hitze in jeweils etwa 60 bis 90 Sekunden pro Seite eine kräftige Kruste, muss aber je nach gewünschtem Gargrad anschließend noch etwas nachziehen, da die intensive Strahlungshitze vor allem die Oberfläche bräunt.
Das 5-fach höhenverstellbare Gitter ist ein cleveres Detail: Für dünnere Cuts oder empfindlicheres Grillgut wie Fisch lässt sich der Abstand zur Hitzequelle vergrößern, für dicke Steaks entsprechend verringern. Die kompakte Grillfläche begrenzt allerdings die Menge – für zwei bis drei Portionen gleichzeitig ist Schluss, größere Grillrunden brauchen mehrere Durchgänge oder einen zusätzlichen Grill.
Wie realistisch sind die 870 °C in der Praxis?
Die Herstellerangabe von 870 °C bezieht sich auf die maximale Strahlungstemperatur der Infrarot-Quelle direkt an der Oberfläche, nicht auf eine gleichmäßige Gartemperatur im gesamten Innenraum. In der Praxis heißt das: Die Oberfläche des Grillguts bekommt sehr schnell eine kräftige Bräunung, während die Kerntemperatur separat im Blick behalten werden sollte, etwa mit einem einfachen Einstichthermometer, da das eingebaute Thermometer eher grobe Richtwerte liefert.
Wer von einem klassischen Gasgrill mit Rohrbrennern kommt, muss sich beim BIGHORN kurz umgewöhnen: Die Reaktionszeit auf Hitzeänderungen ist wegen der Strahlungstechnik spürbar schneller, ein kurzer Moment Unaufmerksamkeit reicht schon für eine zu dunkle Kruste. Wer das einmal verinnerlicht hat, profitiert aber genau von diesem Tempo, wenn es um schnelle Einzelportionen für zwischendurch geht.
Handhabung, Transport und Pflege
Für unterwegs ist der BIGHORN dank Tragegriff und kompakter Maße praktikabel, auch wenn 12,5 kg für lange Fußmärsche zu schwer sind – für Camping mit Auto oder Wohnmobil sowie spontane Balkon-Sessions passt das Gewicht aber gut. Die beiliegende Abtropfschale fängt Fett und Reste auf und lässt sich zur Reinigung einfach entnehmen. Abnehmbare Teile wie Gitter und Schale sind schnell unter fließendem Wasser gesäubert.
Der Pulszünder arbeitet ohne zusätzliche Batterien rein mechanisch, was ihn auch bei kühlerem Wetter zuverlässig macht. Ein passender Gasadapter für die gängigen Propankartuschen sollte, falls nicht im Lieferumfang enthalten, vor dem ersten Einsatz griffbereit sein, damit der schnelle Aufbau nicht am fehlenden Anschluss scheitert.
Für wen geeignet?
Der BIGHORN Steakgrill passt zu allen, die für kleines Geld in das Prinzip der Infrarot-Hochtemperaturgarung hineinschnuppern wollen, etwa als kompakter Zweitgrill für schnelle Einzelsteaks auf dem Balkon oder beim Camping. Für regelmäßiges Grillen größerer Mengen oder gehobene Verarbeitungsansprüche lohnt sich der Blick auf größere Modelle in der Übersicht aller Gasgrills im Vergleich. Wer noch nicht sicher ist, welcher Grilltyp zum eigenen Alltag passt, bekommt über den Grill-Finder eine schnelle Einschätzung.
Mehr Alternativen versammelt die Bestenliste Gasgrills.


