Aufbau und erster Eindruck
Der Weber Master-Touch GBS E-5755 ist optisch kaum vom Basismodell E-5750 zu unterscheiden – gleicher emaillierter Stahlkessel, gleiches Gestell, gleicher Tuck-Away-Deckelhalter. Der Aufbau dauert rund 30 Minuten und verläuft dank nummerierter Anleitung und mitgeliefertem Werkzeug ohne Überraschungen. Der entscheidende Unterschied zeigt sich erst beim Blick in den Karton: Weber legt hier zwei Kohlekörbe bei, die beim E-5750 separat gekauft werden müssen.
Der GBS-Gussrost mit dem herausnehmbaren Mittelelement ist identisch zum Basismodell und öffnet den Zugang zum kompletten Weber-Zubehörsortiment – von der Plancha über den Pizzastein bis zum Wok, das sich je nach Anlass innerhalb weniger Sekunden austauschen lässt.
Im Detail: Grillergebnis
Nach dem Anzünden mit einem Anzündkamin ist die Kohle nach rund 25 Minuten glutbereit. Die mitgelieferten Kohlekörbe machen sich sofort bemerkbar: Statt die Glut lose im Kessel zu verteilen, lässt sie sich in den Körben gezielt auf eine oder beide Seiten stellen – eine klar definierte, saubere Trennung zwischen direkter und indirekter Zone, ohne Schieben mit der Grillzange.
Bei direkter Hitze über den gefüllten Körben erreicht der Grill 300 bis 340 °C, genug für eine kräftige Kruste auf Steaks in 2 bis 3 Minuten pro Seite. Für ein Pulled-Pork-Experiment mit einem 2-kg-Schweinenacken bei rund 115 °C über knapp 6 Stunden hielten die Kohlekörbe die Glut kompakter zusammen als bei loser Verteilung – das Ergebnis war ein gleichmäßiges, rauchiges Fleisch ohne kalte Stellen.
Mit Hähnchenschenkeln zeigt sich der Effekt der Körbe noch deutlicher: Werden beide Körbe auf eine Kesselhälfte gestellt und das Grillgut auf die andere Seite gelegt, bleibt die indirekte Zone spürbar kühler und stabiler als bei lose verteilter Glut. Bei rund 180 °C waren die Schenkel nach 45 Minuten gleichmäßig durchgegart, ohne dass eine Seite näher an der Glut lag als die andere – ein Detail, das bei ungleichmäßig verteilter Kohle schnell zu Hotspots führen kann.
Wie viel bringen die mitgelieferten Kohlekörbe wirklich?
Die Kohlekörbe erleichtern das Zwei-Zonen-Grillen erheblich, weil die Glut kompakt gehalten wird und nicht über den ganzen Kesselboden verteilt werden muss. Das spart Kohle bei gleicher Hitzeleistung und macht die Temperaturführung planbarer, besonders bei längeren Sessions.
Für alle, die überwiegend auf einer durchgehenden Fläche direkt grillen – etwa nur Bratwürste oder Gemüse – ist der praktische Nutzen kleiner. Wer regelmäßig zwischen direkter und indirekter Zone wechselt, wird die Körbe schnell nicht mehr missen wollen.
Reinigung und Pflege
Das One-Touch-Reinigungssystem bewegt über den Lüftungsschieber-Hebel Metallschaufeln im Kesselboden und befördert die Asche direkt in die abnehmbare Aschewanne. Die Kohlekörbe lassen sich nach dem Auskühlen einfach ausleeren und mit der Bürste reinigen. Der GBS-Gussrost braucht wie gewohnt gelegentliches Einölen, um Rost vorzubeugen. Wer die Körbe nach jeder Session kurz ausklopft, verhindert außerdem, dass sich Ascherückstände in den Ecken festsetzen und beim nächsten Anzünden den Luftstrom behindern.
Für wen geeignet?
Der Weber Master-Touch GBS E-5755 eignet sich für alle, die regelmäßig mit Zwei-Zonen-Grillen arbeiten und die Anschaffung separater Kohlekörbe ohnehin geplant hätten. Für reine Gelegenheitsgriller, die selten mit unterschiedlichen Hitzezonen arbeiten, reicht das günstigere Basismodell E-5750 völlig aus.
Wer regelmäßig Low-and-Slow-Gerichte wie Pulled Pork oder Spareribs zubereitet, profitiert von den mitgelieferten Körben besonders stark, da sich die Glut über mehrere Stunden kontrollierter nachlegen lässt, ohne die gesamte Kohlebettung neu aufzubauen.
Die komplette Master-Touch-Reihe im Vergleich zeigt die Übersicht aller Kugelgrills im Vergleich. Wer sich noch nicht sicher ist, ob ein Kugelgrill der richtige Grilltyp ist, bekommt über den Grill-Finder eine schnelle Einschätzung.
Alle Top-Modelle der Klasse stehen im Kugelgrills-Ranking.



