Erster Eindruck: Klein, aber ernstzunehmend
Wer den Weber Go-Anywhere zum ersten Mal in Händen hält, wundert sich über das Gewicht: Mit rund 6 kg ist er spürbar leichter als sein kompaktes Erscheinungsbild vermuten lässt, fühlt sich dabei aber keineswegs billig an. Der emaillierte Stahlkorpus in Schwarz macht optisch sofort klar, aus welchem Haus dieser Reisegrill stammt – die typische Weber-Formensprache im Miniaturformat. Die beiden Verriegelungsclips an den Seiten halten Deckel und Unterteil beim Transport zusammen, sodass beim Tragen keine Asche oder Kohlereste herausfallen.
Unter dem Deckel findet sich ein cleveres Detail: ein Stauraumfach, in dem Grillzange, Feuerzeug oder ein kleiner Anzündkamin während der Fahrt sicher verstaut werden können. Wer schon einmal mit losem Grillzubehör im Kofferraum gefahren ist, weiß diesen Kniff zu schätzen.
Im Detail: Aufbau und Grillergebnis
Der Aufwand vom Kofferraum bis zum ersten Steak auf dem Rost ist minimal: Clips öffnen, Deckel abnehmen, Kohle einfüllen, anzünden – nach etwa 20 bis 25 Minuten Durchglühzeit ist der Go-Anywhere startklar. Die Lüftungsschieber im Boden und im Deckel erlauben eine grobe Temperatursteuerung; bei voller Öffnung erreicht der kompakte Rost Temperaturen um 250 bis 270 °C.
Auf der Grillfläche von 42 × 26 cm finden gleichzeitig etwa 4 Bratwürste oder 2 mittelgroße Steaks Platz. Ein 150-Gramm-Rumpsteak ist bei dieser Hitze nach rund 3 Minuten pro Seite medium-gar, Maiskolben oder Grillgemüse gelingen ebenfalls unkompliziert. Für eine Familie mit zwei Kindern oder ein Pärchen auf Campingtour reicht diese Fläche aus, bei mehr als drei hungrigen Erwachsenen wird die Wartezeit zwischen den Portionen aber spürbar länger.
Der rechteckige Deckel schließt zuverlässig und erlaubt auch kurze indirekte Garvorgänge: Ein kleineres Hähnchenfilet gart bei geschlossenem Deckel und reduzierter Hitze in rund 15 bis 18 Minuten gleichmäßig durch, ohne dass die Außenseite zu dunkel wird. Für ein Reisegerät dieser Größe ist das eine überraschend nützliche Zusatzfunktion.
Wie schlägt sich der Go-Anywhere unterwegs im Camping-Alltag?
Für Camping und Festival ist der Go-Anywhere durch seine kofferartige Klappform und das geringe Gewicht bestens geeignet – er lässt sich in Minuten auf- und abbauen und benötigt keinen Stromanschluss. Einzige Einschränkung: Die kompakte Fläche limitiert die Personenzahl pro Grillgang.
Auf dem Campingplatz zeigt sich der Grill von seiner praktischen Seite: kein Kabelsalat, keine Gasflasche, die extra transportiert werden muss – nur Holzkohle und Anzünder. Die vier ausklappbaren Standfüße sorgen auch auf unebenem Wiesenboden für einen sicheren Stand, ein Umkippen ist bei normalem Gebrauch nicht zu befürchten.
Auf vielen Campingplätzen ist offenes Grillen mit Holzkohle zudem eher gestattet als Gasgrills mit größeren Kartuschen, was den Go-Anywhere zusätzlich zur pragmatischen Wahl macht. Vor der Anreise lohnt dennoch ein Blick in die jeweilige Platzordnung, da einzelne Betreiber offenes Feuer generell einschränken.
Reinigung und Pflege
Nach dem Abkühlen lässt sich die Asche einfach über die Bodenöffnung entsorgen. Das vernickelte Rost wird mit einer kleinen Grillbürste gereinigt, der emaillierte Korpus verträgt milde Reinigungsmittel und ein feuchtes Tuch. Wichtig für die Langlebigkeit: Nach dem Reinigen sollte der Grill vollständig trocknen, bevor er wieder zusammengeklappt und verstaut wird, damit sich innen keine Feuchtigkeit staut.
Für wen geeignet?
Der Weber Go-Anywhere ist die ideale Wahl für Camper, Festivalbesucher und alle, die einen zuverlässigen Grill für unterwegs suchen, ohne bei der Qualität Abstriche machen zu wollen. Auch als Zweitgrill für den Balkon oder als Ergänzung zum großen Gartengrill für spontane Zwei-Personen-Abende macht er eine gute Figur. Wer regelmäßig größere Gruppen bewirtet, findet in unserer Übersicht aller Holzkohlegrills passendere Modelle mit mehr Grillfläche. Unsicher, welcher Grilltyp zu deinem Nutzungsprofil passt? Der Grill-Finder gibt in einer Minute Klarheit.
Einen breiteren Überblick gibt unsere Bestenliste Holzkohlegrills.


