Was macht den HUB II anders als jeden anderen Holzkohlegrill?
Die Fast Flame Ignition zündet die Briketts elektrisch direkt im Kohlerost – Grillbereitschaft nach 8 bis 10 Minuten statt der üblichen 20 bis 30 Minuten mit Anzündkamin. Kombiniert mit App-Lüftersteuerung entsteht ein Bedienkomfort, den sonst nur Pelletgrills bieten.
Genau diese Frage stellen sich die meisten Interessenten zuerst, denn auf den ersten Blick sieht der HUB II aus wie ein sehr eleganter Grillwagen. Der Unterschied steckt im Detail: Unter dem Kohlerost sitzt ein Heizelement, das beim Drücken eines Knopfes anspringt und die Holzkohle von unten gleichmäßig durchglüht. Kein Kamin, kein Spiritus, kein Warten vor dem geschlossenen Deckel. Nach spätestens zehn Minuten zeigt die App grüne Temperaturwerte, und du kannst auflegen.
Verarbeitung und erster Eindruck
Schon beim Auspacken fällt die Materialstärke auf: doppelwandiges Edelstahlgehäuse, sauber verschweißte Nähte, ein Deckel, der spürbar dichter schließt als bei den meisten Grillwagen dieser Kategorie. Das Gestell auf vier stabilen Rollen wirkt für ein Gerät mit knapp 55 kg standfest, auch auf leicht unebenem Terrassenboden. Die herausziehbare Kohleschublade erleichtert das Nachlegen während längerer Garvorgänge erheblich – kein Hantieren mit Grillzange im heißen Innenraum.
Die Rotisserie ist bereits werkseitig integriert, inklusive Motor und Gegengewicht-Set. Bei vielen Konkurrenzprodukten ist das ein teures Nachrüstteil; hier gehört es zur Grundausstattung dazu und lässt sich in wenigen Handgriffen montieren.
Im Detail: App-Steuerung und Temperaturkonstanz
Die Everdure-App verbindet sich über Bluetooth und übernimmt die Feinregelung der Zuluft über einen motorisierten Lüfter im Unterbau. Bei einer Zieltemperatur von 150 °C für ein langsam gegartes Brathähnchen an der Rotisserie hält der HUB II die Temperatur über gut zwei Stunden in einem Korridor von etwa ±8 °C – ein Wert, der sich mit klassischer Lüftungsschieber-Regelung nur mit ständigem Nachjustieren erreichen lässt.
Für direktes Grillen bei hoher Hitze reicht ein Tastendruck: Der Lüfter fährt die Zuluft hoch, und die Temperatur am Rost steigt innerhalb weniger Minuten auf über 280 °C – genug für ordentliche Röstaromen bei Steaks. Die zweite Rostebene erlaubt zusätzlich indirektes Garen parallel zur direkten Zone, sodass sich ein komplettes Menü in einem Durchgang zubereiten lässt.
Auch bei wechselnden Wetterbedingungen zeigt sich die App-Steuerung im Vorteil: Bei einsetzendem Regen oder böigem Wind erkennt der Lüfter die veränderte Zuluftsituation und regelt automatisch nach, um die eingestellte Zieltemperatur zu halten. Klassische Lüftungsschieber müssten hier von Hand nachjustiert werden, was gerade bei längeren Garvorgängen leicht übersehen wird.
Alltag und Handhabung
Nach dem Grillen lässt sich die Kohleschublade komplett entnehmen und die Restglut sicher außerhalb des Gehäuses ablöschen. Die Fettauffangschale darunter ist großzügig dimensioniert und nach wenigen Grillabenden nicht überlaufen. Einziges Zugeständnis an die Technik: Ohne 230-V-Steckdose in Terrassennähe bleibt die Fast-Flame-Funktion ungenutzt, und du müsstest auf klassisches Anzünden zurückgreifen, wofür der Grill zwar grundsätzlich geeignet, aber nicht optimiert ist.
Für wen geeignet?
Der Everdure HUB II richtet sich an alle, die den Geschmack von Holzkohle lieben, aber auf den Komfort eines modernen Gerätes nicht verzichten wollen – etwa Vielgriller, die mehrmals wöchentlich grillen und keine Lust auf Anzündkamin-Rituale haben. Auch für alle, die Rotisserie-Gerichte wie Grillhähnchen oder Lammkeule regelmäßig zubereiten, ist die integrierte Motor-Lösung ein echtes Argument. Wer dagegen das traditionelle Anzünden als Teil des Grillrituals schätzt oder ein knapperes Budget hat, ist bei einem klassischen Holzkohlegrill wie dem Tepro Toronto besser aufgehoben. Unsicher, welcher Grilltyp am besten zu deinen Gewohnheiten passt? Der Grill-Finder hilft in einer Minute weiter.
Wie sich das Modell gegen die Konkurrenz schlägt, zeigt der Holzkohlegrills-Vergleich.


