Erster Eindruck: Kompakt, aber durchdacht
Der Tepro San Francisco fällt beim Auspacken zunächst durch seine kompakten Maße auf – mit rund 47 cm Außendurchmesser und einem nutzbaren Rost von etwa 43,5 cm ist er eher ein Kugelgrill für kleinere Balkone und Terrassen als für große Grillpartys. Der Aufbau gelingt in knapp 25 Minuten, alle Bauteile sind sauber vorgefertigt.
Was diesen Grill von vielen Einsteigermodellen unterscheidet, ist das Innenleben: ein höhenverstellbarer Rost sowie vier separate Kohleteiler im Inneren des Kessels. Beides sind Features, die man sonst eher bei Grills der Master-Touch-Klasse findet, hier aber schon zum Einstiegspreis mitgeliefert werden.
Im Detail: Grillergebnis
Nach dem Anzünden mit einem Anzündkamin dauert es etwa 20 Minuten, bis die Kohle glutbereit ist. Die vier Kohleteiler lassen sich einzeln befüllen – wer zum Beispiel nur zwei der vier Fächer mit Glut belädt, hat sofort eine klar definierte heiße und eine kühlere Zone, ohne die Kohle mit einer Schaufel umschichten zu müssen.
Der höhenverstellbare Rost erlaubt zusätzliche Feinjustierung: In der untersten Stufe direkt über der Glut erreicht der Grill 300 bis 320 °C, ausreichend für eine ordentliche Kruste auf Steaks in 2 bis 3 Minuten pro Seite. Eine Stufe höher sinkt die Temperatur spürbar, praktisch für empfindlicheres Grillgut wie Fisch oder Gemüse. Bratwürste sind bei mittlerer Stufe in rund 10 Minuten gleichmäßig gegart.
Gemüsespieße profitieren besonders von der obersten Rost-Stufe: Bei reduzierter Hitze und geschlossenem Deckel garen Paprika, Zucchini und Zwiebeln in rund 15 Minuten gleichmäßig durch, ohne außen zu verbrennen, bevor sie innen weich sind. Genau dieses Zusammenspiel aus Höhenverstellung und indirekter Zone unterscheidet den San Francisco von reinen Einsteigermodellen ohne verstellbaren Rost.
Wie gut funktioniert das Grid-in-Grid-System in der Praxis?
Das Grid-in-Grid-System kombiniert Höhenverstellung mit den vier Kohlefächern und erlaubt feinere Temperatursteuerung als die meisten Einsteiger-Kugelgrills. In der Praxis heißt das: weniger Nachjustieren über die Lüftungsschieber, mehr direkte Kontrolle über die Rosthöhe.
Wer zum ersten Mal mit diesem System arbeitet, braucht ein bis zwei Grillsessions, um ein Gefühl für die Kombination aus Kohleteilern und Höhenstufen zu bekommen. Danach zahlt sich die zusätzliche Kontrolle aber aus, gerade wenn unterschiedliches Grillgut gleichzeitig auf dem Rost liegt.
Reinigung und Alltag
Der emaillierte Ascheauffangbehälter lässt sich nach dem vollständigen Auskühlen einfach entnehmen und ausleeren – deutlich komfortabler als eine reine Bodenklappe ohne separaten Behälter. Das Rost reinigt sich am einfachsten noch handwarm mit der Grillbürste. Der pulverbeschichtete Kessel sollte nach starkem Regen trocken gewischt werden, um Rostbildung an Kanten zu vermeiden. Die vier Kohleteiler lassen sich einzeln herausnehmen und separat ausklopfen, was die Reinigung im Vergleich zu einem durchgehenden Kohlerost spürbar erleichtert.
Für wen geeignet?
Der Tepro San Francisco passt zu allen, die auf kleinerem Raum grillen, aber trotzdem nicht auf Höhenverstellung und Zonen-Kontrolle verzichten wollen – ideal für Balkon, kleine Terrasse oder als Zweitgrill. Wer regelmäßig größere Runden bewirtet, sollte wegen der kompakteren Grillfläche eher zu einem 57-cm-Modell greifen.
Für alle, die gezielt experimentieren wollen – etwa mit unterschiedlichen Glutmengen in den vier Kohlefächern oder verschiedenen Rosthöhen für unterschiedliches Grillgut – bietet der San Francisco mehr Spielraum als die meisten anderen Modelle in dieser Preisklasse. Diese Flexibilität macht ihn auch für ambitioniertere Einsteiger interessant, die schnell an die Grenzen simplerer Kugelgrills stoßen würden.
Der Vergleich mit größeren und kleineren Modellen findet sich in der Übersicht der Kugelgrills im Vergleich. Wer noch nicht weiß, ob 47 oder 57 cm die passende Größe ist, bekommt über den Grill-Finder eine schnelle Einschätzung.
Mehr Alternativen versammelt die Bestenliste Kugelgrills.


