Erster Eindruck: Wie ein Gasgrill, nur mit Kabel
Wer den Landmann EG-II-590 auspackt, erwartet zunächst einen gewöhnlichen Elektrogrill – und wird überrascht. Das Gehäuse aus gebürstetem Edelstahl, die klappbaren Seitenablagen und das solide Fahrgestell mit vier Rollen erinnern optisch stark an einen Gasgrillwagen. Der Aufbau dauert rund 40 Minuten, die Anleitung ist verständlich bebildert, und alle Schrauben liegen sortiert bei. Zwei der vier Rollen lassen sich feststellen, sodass der rund 122 × 55 × 116 cm große Wagen auch bei windigem Wetter auf der Terrasse sicher steht.
Auffällig ist das Touch-Display in der Mitte der Bedienblende: Statt zweier simpler Drehregler steuerst du hier die Temperatur in 50-°C-Schritten bis 300 °C. Zwei getrennte Heizzonen unter den emaillierten Gusseisenrosten erlauben direktes Grillen auf einer Seite und Warmhalten oder indirektes Garen auf der anderen – ein Aufbau, den man sonst eher von Gasgrills mit mehreren Brennern kennt. Die beiden klappbaren Seitenablagen bieten ausreichend Platz für Teller, Zangen und Gewürze, sodass du nicht mit einem zusätzlichen Beistelltisch hantieren musst.
Im Detail: Leistung und Aufheizzeit
Mit 3.200 Watt gehört der EG-II-590 zu den stärksten Elektrogrills im gesamten Vergleichsfeld. In der Praxis erreicht er die volle Betriebstemperatur von rund 300 °C in etwa 12 bis 15 Minuten – schneller als viele Gasgrills brauchen, um durchgehend gleichmäßige Hitze aufzubauen. Für ein 2,5 cm dickes Rumpsteak reicht das: Auf der heißen Zone entsteht innerhalb von 3 Minuten pro Seite eine ordentliche Kruste, während die zweite Zone parallel bei mittlerer Hitze Gemüsespieße gart.
Die beiden mitgelieferten Fleischthermometer stecken einfach ins Grillgut und zeigen die Kerntemperatur am Deckeldisplay an – praktisch, wenn du dickere Stücke wie Hähnchenbrust oder Roastbeef im Auge behalten willst, ohne den Deckel ständig zu öffnen. Bratwürste werden in rund 10 Minuten gleichmäßig durch, ohne dass die Haut aufplatzt, solange du die mittlere statt der höchsten Stufe wählst. Ein ganzes Brathähnchen gelingt bei indirekter Hitze auf der milderen Zone in etwa 70 bis 80 Minuten gleichmäßig durch, während auf der zweiten Zone parallel die Beilagen fertig werden – ein Szenario, das viele kleinere Elektro-Standgrills mangels zweiter Zone gar nicht erst anbieten können.
Auch bei niedrigeren Temperaturen zeigt sich die Stärke der Doppelzone: Für ein langsames Schmorgericht im gusseisernen Topf reicht die Feinabstufung in 50-°C-Schritten, um konstant bei etwa 150 °C zu bleiben, ohne ständig nachregeln zu müssen.
Wird der Landmann EG-II-590 wirklich heiß genug für Steaks?
Ja – mit bis zu 300 °C am Rost gehört der EG-II-590 zu den wenigen Elektrogrills, die tatsächlich für scharfes Anbraten taugen. Die Turbo-Zone bringt dickere Steaks in kurzer Zeit auf Kerntemperatur, ohne dass die Kruste vorher verbrennt. Im Vergleich zu einfachen 2.000-Watt-Tischgrills liegt hier ein spürbarer Leistungsunterschied.
Das zeigt sich besonders bei Fleisch mit Fettrand, etwa Entrecôte: Die hohe, gleichmäßige Hitze lässt das Fett anrösten statt nur zu schmelzen, was für mehr Röstaromen sorgt. Wichtig ist dabei, die Vorheizzeit von rund 12 Minuten einzuhalten – wer zu früh auflegt, verschenkt Kruste. Im direkten Vergleich zu einem einfachen 2.000-Watt-Tischgrill braucht der EG-II-590 spürbar weniger Zeit, um nach dem Wenden wieder die volle Temperatur zu erreichen, weil die Heizleistung großzügiger dimensioniert ist.
Reinigung und Alltag
Die emaillierten Gusseisenroste lassen sich nach dem Abkühlen mit einer Grillbürste reinigen; die glatte Emaille-Oberfläche verhindert, dass sich Fett stark festsetzt. Die Fettauffangschale ist herausnehmbar und schnell ausgespült. Etwas Zeit solltest du für das Touch-Display einplanen – Fettspritzer lassen sich am besten sofort nach dem Abkühlen mit einem feuchten Tuch entfernen, bevor sie eintrocknen, da sich eingebrannte Rückstände auf der glatten Oberfläche später nur schwer entfernen lassen.
Im Alltag überzeugt vor allem die Flexibilität der zwei Zonen: Du musst nicht mehr zwischen „alles scharf“ oder „alles lauwarm“ wählen, sondern kannst wie bei einem Mehrbrenner-Gasgrill unterschiedliche Hitzestufen parallel nutzen. Die vier Rollen machen den Wagen zudem beweglich genug, um ihn nach dem Grillen platzsparend an die Hauswand zu schieben, auch wenn er insgesamt mehr Stellfläche braucht als ein klassischer Tischgrill.
Für wen geeignet?
Der Landmann EG-II-590 ist die richtige Wahl für alle, die einen leistungsstarken Elektrogrill für Garten oder große Terrasse suchen und nicht auf zwei Zonen sowie Steak-taugliche Temperaturen verzichten wollen. Für Familien, die regelmäßig größere Mengen grillen und dabei mehr Kontrolle als bei einem einfachen Tischgrill wollen, ist er 2026 die erste Wahl unter den Elektro-Standgrills.
Wer eher einen kompakten, balkontauglichen Grill für zwei Personen sucht, findet in unserer Übersicht aller Elektrogrills im Vergleich auch kleinere Alternativen. Unsicher, welcher Grilltyp überhaupt zu deinem Grillverhalten passt? Der Grill-Finder hilft in einer Minute weiter.
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