Unboxing: Was bekommt man für unter 80 Euro?
Beim Auspacken des Enders Atlanta wird schnell klar, wofür dieser Kugelgrill gemacht ist: ein unkomplizierter Einstieg ohne Schnickschnack. Der pulverbeschichtete Stahlkessel wirkt solide, wenn auch spürbar dünnwandiger als bei Master-Touch-Klasse-Grills. Der Aufbau ist in weniger als 20 Minuten erledigt – wenige Teile, klare Anleitung, kein Spezialwerkzeug nötig. Das Standgestell mit den zwei Rollen sorgt für einen sicheren Stand, auch wenn der Grill mit knapp über 8 kg deutlich leichter ist als vergleichbare 57-cm-Modelle.
Der verchromte Grillrost ersetzt hier das sonst bei teureren Kugelgrills übliche emaillierte Gusseisen. Das bedeutet: etwas weniger Wärmespeicherung, dafür aber auch weniger Pflegeaufwand beim Einölen. Für den Preis ist das ein fairer Kompromiss.
Im Detail: Wie gut grillt der Atlanta wirklich?
Mit einem Anzündkamin ist die Kohle nach etwa 20 bis 25 Minuten glutbereit. Ohne Deckelthermometer muss man die Temperatur über den Handtest oder ein separates Einstichthermometer abschätzen – bei voller Belüftung liegt die direkte Hitze über der Glut erfahrungsgemäß bei 280 bis 320 °C, ausreichend für Bratwürste, Steaks und Gemüse.
Bratwürste sind bei direkter Hitze in 10 bis 12 Minuten knusprig und durchgegart. Für indirektes Grillen – etwa Hähnchenschenkel – wird die Kohle auf eine Kesselseite geschoben, das Grillgut auf die andere Seite gelegt und der Deckel geschlossen. Bei geschätzt 180 °C waren Hähnchenschenkel nach rund 40 bis 45 Minuten gleichmäßig durch. Ohne Thermometer braucht es hier etwas mehr Erfahrung und gelegentliches Prüfen mit dem Griffcheck oder einem eingesteckten Fühler, aber das Ergebnis überzeugt für die Preisklasse.
Auch Gemüse gelingt zuverlässig: Maiskolben und Zucchinischeiben brauchen bei direkter Hitze rund 8 bis 10 Minuten, bis sie außen leicht gebräunt und innen weich sind. Wichtig ist dabei, regelmäßig zu wenden, da der kleinere Kessel eine geringere Kohlemenge fasst und die Hitze dadurch etwas ungleichmäßiger verteilt sein kann als bei den größeren 57-cm-Modellen.
Wofür reicht der 47-cm-Durchmesser wirklich?
Die 47-cm-Fläche mit rund 1.735 cm² reicht für 6 bis 8 Bratwürste oder 4 bis 5 Burger-Patties gleichzeitig – ideal für Zwei- bis Vierpersonenhaushalte, die gelegentlich grillen. Wer regelmäßig für größere Runden kocht, stößt bei diesem Durchmesser schnell an Grenzen und sollte über ein 57-cm-Modell nachdenken.
Gerade bei kleineren Portionen und schnellen Feierabend-Grillsessions zeigt der Atlanta seine Stärke: schnell aufgebaut, schnell angeheizt, unkompliziert im Handling.
Reinigung und Alltag
Die Asche fällt durch die Bodenklappe in einen einfachen Auffangbehälter, der sich nach dem Auskühlen leeren lässt. Der verchromte Rost lässt sich mit einer Grillbürste gut säubern, sollte aber nach dem Grillen nicht zu lange feucht stehen bleiben, um Rostbildung vorzubeugen. Wer den Kessel regelmäßig abwischt und bei Nichtgebrauch abdeckt, verlängert die Lebensdauer deutlich.
Für wen geeignet?
Der Enders Atlanta ist die richtige Wahl für alle, die zum ersten Mal einen echten Kugelgrill ausprobieren wollen, ohne gleich viel Geld zu investieren – etwa für Studierende, kleine Balkone oder als Zweitgrill für den Campingplatz. Wer regelmäßig grillt, größere Gruppen bewirtet oder Wert auf Thermometer und Höhenverstellung legt, ist mit einem Modell der 57-cm-Mittelklasse besser bedient.
Auch als Ergänzung zu einem größeren Gasgrill macht der Atlanta Sinn: Für schnelle Snacks zwischendurch oder als Zweitgerät, wenn die Grillsaison in vollem Gange ist und der Hauptgrill schon belegt ist, reicht die kompakte Größe völlig aus. Wer damit rechnet, in ein bis zwei Jahren aufzurüsten, verliert mit dem günstigen Einstiegspreis nicht viel, sollte sich der Grill als reine Übergangslösung erweisen.
Alle Modelle im direkten Vergleich gibt es in der Übersicht der Kugelgrills im Vergleich. Wer noch zwischen Kugelgrill, Gasgrill oder Smoker schwankt, bekommt über den Grill-Finder eine schnelle Entscheidungshilfe.
Wie sich das Modell gegen die Konkurrenz schlägt, zeigt der Kugelgrills-Vergleich.


