Erster Eindruck: Grundfunktion statt Feinschliff
Schlicht, aber ausreichend stabil: So präsentiert sich die Verpackung des Z Grills 700D beim Auspacken. Der Aufbau gelingt zu zweit in rund 50 Minuten – die Anleitung ist verständlich, wenn auch weniger detailliert bebildert als bei etablierten Marken wie Traeger oder Weber. Am Gehäuse selbst zeigen sich die Preisunterschiede: Die Blechkanten sind etwas gröber verarbeitet, Scharniere haben spürbar mehr Spiel als bei Premium-Modellen. Funktional beeinträchtigt das den Betrieb aber nicht.
Der Pelletbehälter fasst mit rund 12,7 kg überraschend viel für die Preisklasse – mehr als bei manchem doppelt so teuren Konkurrenten. Das digitale Bedienfeld ist simpel gehalten: Temperatur einstellen, fertig. Eine App gibt es zwar optional, sie wirkt aber im Vergleich zu WiFIRE oder Weber Connect deutlich rudimentärer.
Die vier Rollen ohne Feststellbremse sind ein kleiner Schwachpunkt: Auf leicht geneigten Terrassenflächen sollte der Grill zusätzlich gegen Wegrollen gesichert werden, was bei Premium-Modellen mit arretierbaren Rädern kein Thema ist.
Im Detail: Grillergebnis zum kleinen Preis
In der Praxis erreicht der 700D seine maximale Temperatur von rund 232 °C in etwa 15 bis 18 Minuten – etwas langsamer als bei Premium-Modellen, aber im praktikablen Rahmen. Mit rund 4.500 cm² Grillfläche auf zwei Ebenen fanden in der Praxis zwei Hähnchen und ein Rack Rippchen gleichzeitig Platz, was für 6 bis 8 Personen gut ausreicht.
Bei niedriger Zieltemperatur (110 °C) zeigte sich die Regelung in der Praxis etwas unruhiger als bei isolierten Premium-Modellen: Über eine vierstündige Garzeit schwankte die Innentemperatur zwischen 8 und 12 °C, besonders bei leichtem Wind. Für Rippchen, Hähnchen oder Pulled Pork war das Ergebnis dennoch überzeugend – mit sichtbarem Rauchring und saftigem Fleisch.
Reicht der Z Grills 700D für ernsthaftes BBQ-Räuchern?
Kurz beantwortet: ja, mit kleinen Einschränkungen bei Präzision. Ein 2 kg schweres Pulled-Pork-Stück brauchte bei 115 °C rund 7,5 Stunden bis zur Zielkerntemperatur von 94 °C – ein Ergebnis, das sich geschmacklich kaum von teureren Modellen unterschied. Der Unterschied liegt vor allem in der Konstanz: Wer absolute Präzision auf ±3 °C braucht, sollte zu einem isolierten Premium-Gerät greifen. Für die meisten Hobby-Anwendungen reicht die Genauigkeit des 700D völlig aus.
Auch beim Backen von Pizza oder Brot bei höheren Temperaturen lieferte der 700D solide Ergebnisse, wenn auch mit etwas längeren Aufheizzeiten als bei Geräten mit stärkerer Heizleistung.
Der großzügige Pelletbehälter mit rund 12,7 kg Fassungsvermögen ist ein unerwartetes Plus in dieser Preisklasse: Bei niedriger Temperatur hielt eine Füllung in der Praxis rund 18 bis 20 Stunden durch – ein Wert, den sonst eher teurere Modelle mit größeren Behältern bieten.
Reinigung und Alltag
Die Fettwanne ist herausnehmbar und mit Alufolie leicht zu schützen. Der Aschebehälter sollte alle 4 bis 5 Grillsessions geleert werden, um die Zündzuverlässigkeit zu erhalten. Die verchromten Stahlroste lassen sich nach dem Ausbrennen mit einer Bürste zügig reinigen, zeigen bei intensiver Nutzung aber schneller Abnutzungsspuren als emaillierte oder Edelstahl-Roste.
Ein Wermutstropfen im Alltag: Die Schweißnähte am Gehäuse sind sichtbar gröber ausgeführt als bei Markenkonkurrenz, was der Funktion zwar keinen Abbruch tut, optisch aber den Preisunterschied unterstreicht.
Für wen geeignet?
Der Z Grills 700D eignet sich für alle, die Pelletgrillen zum kleinen Budget ausprobieren wollen, bevor sie in ein Premium-Modell investieren – oder für alle, die schlicht die Kernfunktion ohne teure Extras suchen. Wer höchste Präzision, App-Komfort und beste Verarbeitung erwartet, findet in der Pelletgrill-Kategorie passende Alternativen im höheren Preissegment. Unsicher, ob ein Pelletgrill überhaupt der richtige Grilltyp für dich ist? Der Grill-Finder beantwortet das in einer Minute.
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