Erster Eindruck: Verarbeitung, die man spürt
Schon beim Auspacken des Broil King Regal Pellet 500 fällt die Materialstärke auf: Der doppelwandige Korpus wiegt spürbar mehr als die meisten Pelletgrills in vergleichbarer Preisklasse. Der Aufbau dauert zu zweit rund 75 Minuten, da mehr Einzelteile als bei einfacheren Modellen verbaut werden – unter anderem das mitgelieferte Rotisserie-Set mit Motor und Spieß. Die Anleitung ist klar bebildert, das Werkzeug liegt vollständig bei.
Der Pelletbehälter fasst rund 6,8 kg und sitzt seitlich zugänglich am Gehäuse. Das digitale Bedienfeld mit App-Anbindung wirkt hochwertig, die Drehregler haben einen satten Widerstand ohne Spiel. Die Gussroste sind bereits werkseitig emailliert und müssen vor dem ersten Gebrauch nur kurz eingebrannt werden.
Im Detail: Direktgrillen bis 316 °C
Der eigentliche Clou des Regal Pellet 500 zeigt sich in der Praxis: Mit bis zu 316 °C Rosttemperatur erreicht er einen Wert, den viele klassische Pelletgrills mit ihrer 260-°C-Obergrenze gar nicht bieten. Steaks mit 3 cm Dicke bekamen in der Praxis nach jeweils 90 Sekunden pro Seite eine kräftige, gleichmäßige Kruste – ein Ergebnis, das bislang eher Gas- oder Holzkohlegrills vorbehalten war. Direktgrillen auf über 300 °C ist damit erstmals auch beim Pelletgrill eine echte Option und nicht nur eine Werbeaussage.
Bei Niedrigtemperatur zeigt sich die doppelwandige Isolierung als klarer Vorteil: Über eine sechsstündige Garzeit bei 110 °C blieb die Innentemperatur in der Praxis auffällig konstant, mit Schwankungen von selten mehr als 3 °C – selbst bei böigem Wind auf der Terrasse. Das liegt an der besseren Wärmespeicherung der doppelten Wandkonstruktion gegenüber einwandigen Blechgehäusen.
Wie gut funktioniert die Rotisserie beim Regal Pellet 500?
Direkt beantwortet: sehr gut und ohne Zusatzkosten. Der Rotisserie-Motor mit Edelstahlspieß ist bereits im Lieferumfang enthalten – bei anderen Marken kostet ein vergleichbares Set oft 80 bis 150 € extra. Ein 1,6 kg schweres Hähnchen am Spieß wurde in der Praxis bei 180 °C in rund 70 Minuten gleichmäßig knusprig, ohne dass eine Seite trockener wurde als die andere, wie es beim klassischen Grillen auf dem Rost gelegentlich passiert.
Die permanente Rotation verteilt austretenden Fleischsaft gleichmäßig über die Oberfläche, was besonders bei Braten und ganzen Geflügelstücken zu sichtbar knusprigerer Haut führt als beim stationären Garen.
Warum lohnt sich der kleinere Pelletbehälter trotzdem?
Mit rund 6,8 kg fällt der Behälter kleiner aus als bei manchem Traeger-Modell, was auf den ersten Blick wie ein Nachteil wirkt. In der Praxis relativiert sich das aber: Bei niedriger Temperatur hielt eine Füllung in der Praxis rund 14 bis 16 Stunden durch – für die meisten Übernacht-Garungen wie Pulled Pork oder Brisket völlig ausreichend, ohne dass mitten in der Nacht nachgefüllt werden muss.
Reinigung und Alltag
Die Fettwanne unter dem Garraum ist herausnehmbar und mit Alufolie leicht zu schützen. Der Aschebehälter sollte alle 5 bis 7 Grillsessions geleert werden, um die Zündzuverlässigkeit zu erhalten. Die emaillierten Gussroste lassen sich nach dem Ausbrennen zügig mit einer Bürste reinigen, die Rotisserie-Teile sind spülmaschinenfest.
Die WLAN- und Bluetooth-Anbindung erlaubt Fernüberwachung der Temperatur über eine App, wenn auch mit weniger Rezeptführung als bei Weber Connect. Für alle, die primär auf verlässliche Temperaturkontrolle statt auf geführte Kochprogramme Wert legen, reicht der Funktionsumfang völlig aus.
Für wen geeignet?
Der Broil King Regal Pellet 500 eignet sich für alle, die einen einzigen Grill für Low-&-Slow-Räuchern, scharfes Searen und Braten am Spieß suchen – ohne für jede Funktion ein separates Gerät zu brauchen. Besonders für alle, die ihren Gasgrill komplett ersetzen wollen, ist die hohe Sear-Temperatur das entscheidende Argument. Einen Überblick über die gesamte Pelletgrill-Kategorie gibt es hier; unsicher, ob ein Pelletgrill zu deinem Grillstil passt? Der Grill-Finder hilft in einer Minute weiter.
Einen breiteren Überblick gibt unsere Bestenliste Pelletgrills.
