Erster Eindruck: der große Bruder im Auslaufprogramm
Der Weber SmokeFire EX6 ist das größte Modell der SmokeFire-Serie und wirkt bereits beim Auspacken entsprechend wuchtig. Der Aufbau dauert zu zweit rund 75 Minuten – etwas länger als beim kleineren EX4, bedingt durch die zusätzliche Fläche und die größeren Seitenablagen. Das Gehäuse aus pulverbeschichtetem Stahl mit Edelstahl-Deckel macht einen wertigen Eindruck, wie man es von Weber gewohnt ist.
Der Pelletbehälter fasst rund 11 kg – mehr als beim EX4 – und sitzt seitlich zugänglich am Gehäuse. Das digitale Bedienfeld mit Weber-Connect-Anbindung sitzt gut erreichbar an der Front. Da die SmokeFire-Serie 2026 zugunsten der neueren Searwood-Modelle ausläuft, sind im Handel häufig spürbare Preisnachlässe gegenüber dem ursprünglichen Listenpreis von über 1.600 € zu finden.
Die beiden großzügigen Seitenablagen aus Edelstahl bieten reichlich Platz für Gewürze, Schneidebretter und Zubehör – ein Detail, das bei einem Gerät dieser Größenordnung im Alltag spürbar zum Komfort beiträgt.
Im Detail: Fläche, Temperatur und Sear-Fähigkeit
In der Praxis überzeugt vor allem die Kombination aus Fläche und hoher Endtemperatur: Mit rund 5.500 cm² Grillfläche auf zwei Ebenen war problemlos Platz für zwei Hähnchen und ein Rack Rippchen gleichzeitig. Die maximale Rosttemperatur von etwa 315 °C wird nach rund 18 bis 20 Minuten Aufheizzeit erreicht – bedingt durch die größere Fläche etwas länger als beim kompakteren EX4.
Steaks mit 3 cm Dicke bekamen in der Praxis nach jeweils 2 Minuten pro Seite eine kräftige Kruste bei gleichzeitig saftigem Kern. Bei niedrigerer Temperatur (110 °C) über eine sechsstündige Garzeit lag die Schwankung in der Praxis bei etwa 6 bis 8 °C – ein solider, aber nicht herausragender Wert im Vergleich zu Geräten mit doppelwandiger Isolierung.
Beim parallelen Garen von Fisch auf der oberen und Fleisch auf der unteren Ebene zeigte sich in der Praxis kein unerwünschter Geruchsübertrag zwischen den Zonen – ein Detail, das für Griller mit gemischten Menüplänen durchaus relevant ist.
Wie gut eignet sich der Weber SmokeFire EX6 für Familien?
Direkt beantwortet: sehr gut. Mit der großzügigen Grillfläche und dem GBS-Rostsystem lassen sich in einem Durchgang problemlos 8 bis 10 Personen versorgen – etwa mit mehreren Hähnchen, einem Brisket oder einer Kombination aus direkt gegrilltem Fleisch und indirekt gegartem Gemüse auf der zweiten Ebene.
Die Weber-Connect-App führt dabei durch voreingestellte Rezepte mit Zeit- und Temperaturvorgaben, was besonders bei mehreren gleichzeitigen Garungen für unerfahrene Nutzer hilfreich ist. Push-Benachrichtigungen bei Erreichen der Zielkerntemperatur ergänzen den Komfort.
Der 11-kg-Pelletbehälter reichte in der Praxis bei niedriger Temperatur für rund 20 Stunden Dauerbetrieb – ausreichend für die meisten Übernacht-Garungen wie Pulled Pork oder Brisket, ohne dass zwischendurch nachgefüllt werden muss.
Reinigung und Alltag
Das GBS-Rostsystem lässt sich mit Pizzastein, Sear Grate oder Wok-Einsatz erweitern. Die Fettwanne ist herausnehmbar und mit Alufolie leicht zu schützen, der Aschebehälter sollte bei der größeren Fläche alle 4 bis 6 Grillsessions geleert werden. Die Edelstahlroste reinigen sich nach dem Ausbrennen zügig mit einer Bürste.
Wie beim kleineren EX4 gilt auch hier: Als etablierte Marke bietet Weber langfristige Ersatzteilverfügbarkeit, selbst wenn die SmokeFire-Serie offiziell durch Searwood-Modelle ersetzt wird – ein Sicherheitsargument, das bei No-Name-Herstellern oft fehlt.
Für wen geeignet?
Der Weber SmokeFire EX6 eignet sich für Familien und größere Grillrunden, die viel Fläche und hohe Sear-Temperaturen zum reduzierten Auslaufpreis suchen. Wer unbedingt die neueste Weber-Technik will, greift zum Nachfolger in der Pelletgrill-Kategorie. Passt ein großformatiger Pelletgrill zu deinem Grillstil? Der Grill-Finder hilft in einer Minute weiter.
Wie sich das Modell gegen die Konkurrenz schlägt, zeigt der Pelletgrills-Vergleich.
