Unboxing und erster Eindruck
Schon die Verpackungsgröße verrät, dass der Traeger Pro 780 eine Nummer größer gedacht ist als sein kleinerer Bruder. Zu zweit dauert der Aufbau rund 60 Minuten – die Anleitung folgt demselben durchdachten Nummerierungssystem wie bei anderen Traeger-Modellen, sodass auch technisch weniger versierte Käufer ohne Frust durchkommen. Das pulverbeschichtete Stahlgehäuse macht einen wertigen Eindruck, die Räder sind großzügig dimensioniert und rollen auch auf unebenem Terrassenboden stabil.
Der seitliche Pelletbehälter fasst etwa 9 kg und wird über ein Schneckenfördersystem automatisch bestückt. Das digitale Bedienfeld sitzt gut sichtbar an der Front, daneben eine praktische Ablagefläche für Gewürze, Bretter oder das Smartphone während des Grillens.
Im Detail: Fläche, Temperatur und TurboTemp
In der Praxis zeigt sich vor allem ein Unterschied zum kleineren Pro 575: Dank TurboTemp erreicht der Pro 780 seine Zieltemperatur von 230 °C in rund 10 bis 12 Minuten – spürbar zügiger als ältere Traeger-Generationen. Nach dem Öffnen des Deckels, etwa zum Wenden von Fleisch, regelt sich die Innentemperatur ebenfalls schneller wieder ein, was bei einem so großen Garraum sonst länger dauern würde.
Mit rund 5.030 cm² Grillfläche auf zwei Ebenen war in der Praxis Platz für zwei komplette Hähnchen, ein Rack Rippchen und eine Auflaufform mit Beilagen gleichzeitig. Bei niedriger Temperatur (110 °C) blieb die Temperaturschwankung über eine vierstündige Garzeit im Bereich von etwa 4 bis 5 °C – ein guter Wert für Langzeitgarungen wie Pulled Pork oder Brisket.
Wie schlägt sich der Traeger Pro 780 bei großen Fleischstücken?
Kurz gesagt: sehr überzeugend. Ein 3,5 kg schweres Brisket brauchte bei 120 °C rund 11 Stunden bis zur Zielkerntemperatur von 96 °C, mit gleichmäßiger Kruste (Bark) und deutlichem Rauchring – ohne dass zwischendurch nachreguliert werden musste.
Die WiFIRE-App liefert dabei Echtzeit-Temperaturkurven für Garraum und Fleischsonde, inklusive Push-Benachrichtigung, wenn die Zielkerntemperatur erreicht ist. Wer mehrere Stunden nicht neben dem Grill stehen will, bekommt hier eine der zuverlässigsten App-Erfahrungen in der Praxis.
Pelletverbrauch und laufende Kosten
Bei der größeren Fläche liegt der Pelletverbrauch entsprechend höher: rund 0,6 bis 0,8 kg pro Stunde bei niedriger Temperatur, bis zu 1,8 kg/h bei voller Hitze. Ein elfstündiger Brisket-Smoke verbraucht damit etwa 7 bis 9 kg Pellets, was bei haushaltsüblichen Preisen rund 10 bis 14 € Materialkosten entspricht.
Der 9-kg-Pelletbehälter reicht bei niedriger Temperatur für rund 12 bis 15 Stunden Dauerbetrieb, bevor nachgefüllt werden muss – für die meisten Übernacht-Garungen ausreichend, ohne mitten in der Nacht aufstehen zu müssen.
Reinigung und Alltag
Die Fettwanne unter dem Garraum ist herausnehmbar und lässt sich mit Alufolie zusätzlich schützen. Der Aschebehälter unter der Brennkammer sollte alle 5 bis 7 Grillsessions geleert werden, damit die Zündung zuverlässig funktioniert. Dank der glatten Innenflächen aus pulverbeschichtetem Stahl lassen sich Fettspritzer nach dem Abkühlen mit einem feuchten Tuch zügig entfernen. Die zusätzliche Ablagefläche an der Seite bewährt sich im Alltag, wenn mehrere Bleche oder Schneidebretter gleichzeitig griffbereit sein müssen.
Für wen geeignet?
Der Traeger Pro 780 ist die richtige Wahl für alle, die regelmäßig für größere Gruppen kochen oder gerne mehrere Gerichte gleichzeitig zubereiten – etwa Fleisch auf der Hauptebene und Gemüse oder Brot auf der oberen. Wer meist zu zweit oder in kleiner Runde grillt, spart mit dem kompakteren Pro 575 spürbar Anschaffungskosten, ohne bei der Kernfunktion Abstriche zu machen. Einen Überblick über alle bewerteten Modelle bietet die Pelletgrill-Kategorie; wer noch unsicher ist, welcher Grilltyp überhaupt passt, findet über den Grill-Finder in einer Minute eine Antwort.
Unsere aktuelle Übersicht der besten Pelletgrills findest du hier.