Erster Eindruck: XXL-Format schon beim Auspacken
Schon der Karton des Pit Boss Navigator 1150 fällt entsprechend groß aus – beim Herausheben der Einzelteile wird sofort klar, dass hier ein Grill für große Runden gedacht ist. Der Aufbau dauert zu zweit rund 90 Minuten, was angesichts der Größe des Wagens und der zusätzlichen Ablageflächen nachvollziehbar ist. Die Anleitung ist verständlich, wenn auch etwas knapper bebildert als bei Premium-Marken.
Der Pelletbehälter mit 14,5 kg Fassungsvermögen sitzt seitlich und ist der mit Abstand größte in der bewerteten Pit-Boss-Reihe. Das digitale Bedienfeld ist funktional gehalten: Zieltemperatur einstellen, Ist-Temperatur ablesen, fertig. Bluetooth ermöglicht eine einfache Grundsteuerung über eine App, ohne die Detailtiefe von WiFIRE-Systemen zu erreichen.
Die vier großen Räder mit robusten Kunststoffkappen tragen das Gewicht des Wagens spürbar besser als die kleineren Rollen mancher Konkurrenzmodelle – wichtig, da der Navigator 1150 beladen mit Zubehör schnell über 70 kg auf die Waage bringt.
Im Detail: Fläche und Ausdauer
In der Praxis zeigt sich vor allem die schiere Kapazität als Stärke: Mit rund 7.470 cm² Grillfläche auf zwei Ebenen war in der Praxis problemlos Platz für drei ganze Hähnchen, ein komplettes Rack Rippchen und zusätzliche Beilagen auf der oberen Ebene. Für Familienfeiern oder Gartenpartys mit 15 bis 20 Gästen ist das eine realistische Kapazität ohne mehrere Grillgänge.
Der große Pelletbehälter macht sich bei Langzeitgarungen bezahlt: Bei niedriger Temperatur (110 °C) hielt eine Füllung in der Praxis rund 26 Stunden durch, bevor nachgefüllt werden musste – deutlich länger als bei den meisten Konkurrenzmodellen mit 6 bis 9 kg Fassungsvermögen. Die Temperaturstabilität lag über eine achtstündige Testphase bei Schwankungen von etwa 5 bis 7 °C.
Wie schlägt sich der Pit Boss Navigator 1150 bei mehreren Fleischstücken gleichzeitig?
Direkt beantwortet: sehr gut, dank der großzügigen Fläche und stabilen Temperaturverteilung über beide Ebenen. Zwei Pulled-Pork-Schultern (je 2 kg) garten in der Praxis bei 115 °C gleichzeitig gleichmäßig durch, ohne dass ein Stück erkennbar schneller oder langsamer fertig wurde als das andere – ein häufiges Problem bei Pelletgrills mit schwächerer Wärmeverteilung.
Die Flame-Broiler-Klappe erlaubt zusätzlich, einzelne Bereiche der unteren Ebene für direktes Angrillen freizulegen, während der Rest des Garraums für indirektes Garen genutzt wird – praktisch für gemischte Grillabende mit Steak und Langzeitgargut gleichzeitig.
Im Praxiseinsatz mit einem kompletten Buffet aus Hähnchenschenkeln, Bratwürsten und gegrilltem Gemüse zeigte sich, dass die großzügige Fläche auch unterschiedliche Garzeiten gut abfedert: Schneller fertige Stücke wandern einfach auf die obere, kühlere Ebene zum Warmhalten, während der Rest auf der Hauptebene weitergart.
Reinigung und Alltag
Bei der Größe des Geräts dauert die Reinigung entsprechend länger als bei kompakteren Modellen. Die Fettwanne ist herausnehmbar, sollte aber aufgrund der größeren Fläche häufiger geleert werden. Der Aschebehälter braucht bei intensiver Nutzung alle 4 bis 6 Sessions Aufmerksamkeit, damit die Verbrennung sauber bleibt.
Die vier Räder, von denen zwei arretierbar sind, erleichtern das Rangieren des schweren Wagens auf der Terrasse erheblich – bei einem Gewicht von rund 68 kg ist das kein überflüssiges Detail, sondern eine praktische Notwendigkeit.
Für wen geeignet?
Der Pit Boss Navigator 1150 ist die richtige Wahl für Familien, Vereine oder alle, die regelmäßig große Gruppen bewirten und dabei nicht ständig Pellets nachfüllen wollen. Für kleine Haushalte oder beengte Terrassen ist er dagegen überdimensioniert – hier lohnt der Blick auf kompaktere Modelle in der Pelletgrill-Kategorie. Unsicher, welche Grillgröße zu deinem Bedarf passt? Der Grill-Finder hilft in einer Minute weiter.
Alle Top-Modelle der Klasse stehen im Pelletgrills-Ranking.
